In Wieseck hat die Feuerwehr den Brand an einer Garage schnell gelöscht. FOTO: AST
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In Wieseck hat die Feuerwehr den Brand an einer Garage schnell gelöscht. FOTO: AST

"Eine sehr ruhige Angelegenheit"

  • vonAlexander Stripling
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Gießen(ast/pm). Die Silvesternacht in Gießen war eine besondere: Durch die verschiedenen Corona-Verordnungen des Landes und des Landkreises galt in Gießen eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Auch war das Trinken von Alkohol sowie das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum untersagt.

Ungewöhnlich, ja sogar teilweise gespenstisch ruhig verlief daher der Jahreswechsel in der Stadt und im Landkreis. Es gab keine Verletzten, keine mit Böllern gesprengte Postkästen, keine Unfälle auf den leeren Straßen. Die Polizei spricht auf Nachfrage kurz und klar von "gar keinen Übertretungen in der Silvesternacht".

Zwei Einsätze der Feuerwehr

Laut Polizei verlief der Jahreswechsel wie eine "entspannte Nacht", wiewohl die Beamten einigen Ruhestörungen nachgehen mussten. Auch im Vergleich zu den anderen Polizei-Direktionen sei der Silvester in Gießen ruhiger und entspannter verlaufen.

Abgesehen von zwei Einsätzen hatten glücklicherweise auch die Feuerwehren nicht viel zu tun in der ansonsten traditionell turbulenten Nacht. In Gießen rückte ein Löschzug kurz vor Mitternacht zu einem vermeintlichen Brand in den Spitzwegring aus, konnte dort aber keinen Brand finden. Kurz vor 1 Uhr in der Nacht löschte die Feuerwehr den brennenden Anbau hinter einer Doppelgarage in der Altenburger Straße in Wieseck. Der Brand war rasch gelöscht, das Übergreifen des Feuers auf nebenstehende Gebäude wurde verhindert. Verletzte gab es keine, im Einsatz waren insgesamt 37 Feuerwehrkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Wehr Wieseck und Alten-Buseck sowie ein RTW des Rettungsdienstes Mittelhessen.

Polizei und städtisches Ordnungsamt hatten angekündigt, dass die Einhaltung der Regeln durch den Einsatz eines großen Kräfteaufgebots kontrolliert würde. Das sollte vor allem durch vorbeugende Maßnahmen erreicht werden: durch Information der Bevölkerung zum Beispiel. So wurde durch Lautsprecherdurchsagen auf die bestehenden Beschränkungen hingewiesen. Beschwerden aus der Bevölkerung sollte nachgegangen werden und natürlich sollten Menschen, die trotz Ausgangssperre draußen unterwegs waren oder zusammentrafen, ermahnt und gegebenenfalls auch mit Bußgeldern verwarnt werden. Erstmals war dafür ein gemeinsames Lagezentrum für Ordnungsamt und Polizei in der Leitstelle der Ordnungspolizei eingerichtet worden, das bis gegen 2 Uhr durchgängig von beiden Behörden besetzt war.

Durchsagen der Ordnungspolizei

Fazit des Abends: "Eine sehr ruhige Angelegenheit", fasste Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Neidel die Eindrücke des Abends aus kommunaler Sicht zusammen. "Offensichtlich haben sich die intensiven Maßnahmen zur Aufklärung ausgezahlt und die Bevölkerung hat sich vorbildlich verhalten", so Neidel, der in diesem Zusammenhang noch einmal an die erfolgten Lautsprecherdurchsagen der Ordnungspolizei am Vorabend erinnerte. Bis zum Dienstende des Ordnungsamtes gegen 2 Uhr gab es kaum nennenswerte Vorfälle zu berichten, nahezu immer waren die wenigen angetroffenen Personen entsprechend legitimiert.

Ähnlich ist auch die Einschätzung von Gießens Polizeidirektor Joachim Bernard. "Der sich ja schon früh andeutende ruhige Verlauf hat sich während der gesamten Nacht bestätigt", erläutert Bernard die polizeiliche Wahrnehmung. "Durch die gemeinsame logistische Abarbeitung der wenigen Vorkommnisse mit der städtischen Behörde haben wir gerne Neuland betreten und gute Erfahrungen gemacht", so der Polizeidirektor. Lediglich in der ersten Stunde nach dem Jahreswechsel hätten sich an wenigen Orten kleinere Menschenansammlungen zusammengefunden, dies sei aber unkritisch gewesen.

Einig waren sich Neidel und Bernard denn dann auch in der Einschätzung: "Das unwirtliche Wetter hat sicher auch zur Ruhe in dieser Nacht beigetragen", resümierten beide abschließend.

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