Immer schön gießen… Ingke Günther freut sich, dass das kleine Museum wieder Besucher empfangen darf. FOTO: CG
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Immer schön gießen… Ingke Günther freut sich, dass das kleine Museum wieder Besucher empfangen darf. FOTO: CG

Eine Ode an die Gießkanne

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Kann man einfach so hinein gehen? Und wenn ja, was gibt’s da überhaupt? Deko im Vintage-Look? Haushaltswaren? Kunst? Wer in der Sonnenstraße einen Blick ins Schaufenster riskiert und sich dann über die Schwelle wagt, staunt nicht schlecht. Überall Gießkannen!

Er oder sie befindet sich in Deutschlands erstem und einzigen Gießkannenmuseum. Das hat seit der Eröffnung im Jahr 2014 eine beachtliche Karriere gemacht, es wird für Führungen gebucht, ist Ziel von Touristen und beliebter Treffpunkt - letzteres ganz besonders, seitdem der attraktive Standort in Nachbarschaft zum Wochenmarkt und zum Botanischen Garten bezogen wurde. "Es ist eigentlich ein geselliger und lebendiger Ort", sagt Kuratorin Ingke Günther, die das Projekt zur Landesgartenschau gemeinsam mit dem interdisziplinären Künstlerkollektiv "gärnterpflichten" initiierte und es nach wie vor mit viel Humor und Herzblut begleitet. Das Wort "eigentlich" verfolgt einen in der Pandemie fast so sehr wie "Maskenpflicht" oder "Abstandsregel", es ist immer ein Hinweis darauf, dass gerade nichts mehr so ist wie es einmal war. Das gilt auch für das Gießkannenmuseum. Das Leichte und Heitere, das mit einem Besuch normalerweise einhergeht, fehlt in diesen Wochen. "Aber wir sind froh, dass wir wieder öffnen konnten", sagt Günther. Familien mit Kindern kommen gerne, Stammgäste schauen wieder vorbei und melden sich quasi zurück. Auch wer schon oft hier war, findet immer wieder etwas bisher Unentdecktes: Eine bunt umhäkelte Gießkanne, ein rotes Kindergießkännchen aus der Nachkriegszeit, ein elegantes Designerstück. So manchen inspiriert das kleine Mitmachmuseum sogar zum dichten. Eine Freundesclique, die kürzlich einen ganzen Nachmittag hier verbrachte, schrieb eine Ode an die Gießkanne: "Ob Plastik, Metall oder Holz, eine Gießkanne macht mich immer stolz. Von Frankfurt gings nach Gießen, hier gab es Geschichten zum schießen und Farben und Formen zum genießen". Auch wenn der Reim ein bisschen holpert - schöner kann eine Liebeserklärung kaum sein.

Die Öffnungszeiten des GiKaMu: Di. 17 bis 19 Uhr, Mi. 11 bis 13 Uhr, Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag 12 bis 16 Uhr und Sonntag 15 bis 17 Uhr. Führungen sind nach Vereinbarung und unter Einhaltung der Corona-Regelung möglich. Tel. 306-2028 oder E-Mail: info@giesskannenmuseum.de.

cg

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