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Eine Einladung zum Stöbern

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Besuche von Museen oder Galerien sind aktuell nicht möglich. Warum also nicht einmal zum Ersatz auf virtuelle Rundgänge zurückgreifen oder auf Homepages von Künstlern stöbern. Naturgemäß bieten Fotografen eine große Auswahl. Einer von ihnen ist Reimund Schmidt-De Caluwe.

Er war 14 Jahre jung, als ihn sein Vater in die Grundlagen der Fotografie und die Geheimnisse der Dunkelkammerarbeit einführte. Seitdem begleitete den Gießener Reimund Schmidt-De Caluwe die Fotografie viele Jahrzehnte und seit 2010 verstärkt. Mittlerweile hat er sich autodidaktisch so viele Kenntnisse angeeignet, dass er schon mehrere Ausstellungen - auch in Leipzig, Halle und bei den Marburger Fototagen - mit seinen Arbeiten bespielen konnte.

Seit 2007 fotografiert er digital, nachdem lange Dunkelkammersitzungen nicht mehr mit Beruf und Familie vereinbar waren. Aktuell arbeitet er mit einer Leica Q2. Mit der digitalen Nachbearbeitung seiner fast ausschließlich schwarz-weißen Fotografien geht er sehr sparsam um.

In Gießen waren seine Arbeiten schon mehrfach zu sehen. 2017 hatte er Impressionen von kubanischen Oldtimern in einer Waschanlage ausgestellt. Seine Fotos waren auch schon im Hardthof zu sehen - und auch in anderen Städten. Im Brotberuf pendelt Schmidt-De Caluwe als Jurist zwischen Gießen und Halle.

Schmidt-De Caluwes Homepage hatte seit 2013 bereits 53 000 Besucher. Nun kann der Fotograf den Relaunch der Seite vermelden, mit neuen Fotos, zahlreichen Unterkapiteln und einem Blog, der per Links die Verbindung zur alten Homepage schafft. Auf www.sdc-foto.de lässt sich somit herrlich stöbern.

Man findet nicht nur Fotos von Menschen, Architektur und kleinen Besonderheiten aus fernen Ländern wie Kambodscha, Frankreich, Kuba oder Vietnam, sondern auch jede Menge Impressionen aus Gießen. Es sind dabei vor allem die Menschen, die Schmidt-De Caluwe faszinieren. "Meine Vorliebe gilt der Streetfotografie und ich versuche, der Schule der sogenannten humanistischen Fotografie nachzueifern", schreibt der Fotograf. Dabei geht es um Begegnungen, um symbolische Szenen aus dem gesellschaftlichen Miteinander. "Also Beobachtung, nicht Mission."

Aus lokaler Sicht ist auf seiner Homepage vor allem das Kapitel von Interesse, das Menschen und Orte aus Gießen zeigt. Der Obdachlose am Seltersweg, der Verkäufer am Stand auf dem Wochenmarkt, die "Omas gegen rechts" oder die demonstrierenden Schüler von "Fridays for Future". Es gilt aber auch, ungewohnte Blicke in Hinterhöfe oder markante Gebäude in der Stadt mit ganz neuer Ästhetik zu erforschen. Es gibt viel zu entdecken - in Zeiten von Corona-Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen und geschlossenen Museen und Galerien eine willkommene Gelegenheit.

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