Eine Chance für den Frieden

  • Karola Schepp
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Gießen (pm). Sie sei nicht mehr Teil der israelischen Gesellschaft, sagt Lizzie Dorn. Seit sie für ihr Buch "Sweet Occupation" mit ehemaligen palästinensischen Terroristen und israelischen Kriegsdienstverweigerern gesprochen habe, die heute für Frieden und Aussöhnung kämpfen, sei sie zur persona non grata geworden. Davon erzählte die israelische Autorin auf Einladung des Literarischen Zentrums im Alten Schloss. Anna Engel moderierte, Eldad Stobezki übersetzte und Antje Tiné vom Stadttheater las Passagen aus dem Buch vor – jenem Buch, das in Israel keinen Verleger gefunden hat. Seit Doron, zuvor als Autorin über Holocaustthemen in Israel gefeiert, das Thema Shoah verlassen hat, haben sich Freunde von ihr abgewandt, ihr Mann verlor Aufträge und das Paar siedelt nun nach Berlin um. Umso mehr waren die Zuhörer der Lesung, die bahnverkehrsbedingt mit einiger Verspätung begann, von Dorons Bekenntnis beeindruckt: "Das ist der Preis, aber ich bin sehr froh darüber."

Gießen (pm). Sie sei nicht mehr Teil der israelischen Gesellschaft, sagt Lizzie Dorn. Seit sie für ihr Buch "Sweet Occupation" mit ehemaligen palästinensischen Terroristen und israelischen Kriegsdienstverweigerern gesprochen habe, die heute für Frieden und Aussöhnung kämpfen, sei sie zur persona non grata geworden. Davon erzählte die israelische Autorin auf Einladung des Literarischen Zentrums im Alten Schloss. Anna Engel moderierte, Eldad Stobezki übersetzte und Antje Tiné vom Stadttheater las Passagen aus dem Buch vor – jenem Buch, das in Israel keinen Verleger gefunden hat. Seit Doron, zuvor als Autorin über Holocaustthemen in Israel gefeiert, das Thema Shoah verlassen hat, haben sich Freunde von ihr abgewandt, ihr Mann verlor Aufträge und das Paar siedelt nun nach Berlin um. Umso mehr waren die Zuhörer der Lesung, die bahnverkehrsbedingt mit einiger Verspätung begann, von Dorons Bekenntnis beeindruckt: "Das ist der Preis, aber ich bin sehr froh darüber."

Doron erzählte, dass sie es als persönliche Verpflichtung ansehe, über die "Combatants for peace" zu berichten. "Bisher kannte ich als Tochter einer Holocaust-Überlebenden nur Vorurteile", nun habe sie neue, echte Freunde gefunden. In ihren im Buch geschilderten Interviews wird deutlich, wie schwer für beide Seiten der Schritt war, aufeinander zuzugehen. Doch Doron sieht darin den einzig möglichen Weg für Frieden – nicht nur in Israel. "Israel ist wie ein Labor für das Leben. Die Politiker nutzen die Feindbilder aus und Frieden ist nicht selbstverständlich." Umso wichtiger sei es, sich dafür einzusetzen – auch wenn der Preis dafür wie im Fall Dorons extrem hoch sein kann.

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