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Mit einer Kleidertauschparty im Levi-Saal startet der vierstündige Veranstaltungsmarathon.

Ein unverstellter Blick auf die Stadt

Es gab wieder viel zu sehen und zu erfahren beim dritten Themenevent des von der Stadtbibliothek initiierten Projekts »Ich.Morgen«. Das steht unter dem Motto »Gießen (er)schreibt Zukunft« und behandelte im letzten Abschnitt das Thema Umwelt.

Ging es bei den ersten beiden Themenbereichen von »Ich.Morgen« um die Aspekte Mensch und Arbeit, stand am Samstag das letzte große Thema Umwelt im Fokus. Zahlreiche Kooperationspartner bereicherten das Ereignis, das im und vor dem Rathaus stattfand, mit ihren Beiträgen. Das Literarische Zentrum zeichnete wieder für die Organisation des Abschlussevents verantwortlich.

Gestartet wurde mit einer Kleidertauschparty im Hermann-Levi-Saal. Die Hilfsorganisation GAiN informierte zeitgleich über ihre vielfältigen Hilfsprojekte und freute sich, die übrig gebliebenen Kleiderspenden für Menschen unter anderem in Osteuropa und für Geflüchtete in Griechenland in Empfang nehmen zu dürfen. Musikalische Beiträge lieferte wieder Christan Lugerth. In Form einer Moritat setzte sich der Künstler mit scharfzüngigem Humor mit der Umweltzerstörungswut und Gedankenlosigkeit der Menschheit im Umgang mit der Erde auseinander. Auf Leinwand wurden dazu die eigens dafür angefertigten bissigen Illustrationen von Pedro Hafermann eingespielt. Auch die Band »mehr-impulse« lieferte musikalischen Input zum Umweltthema. Auf dem Rathaus-Vorplatz wurden parallel die Müllsammelaktionen in den Stadtteilen vorgestellt. Dabei entstandene Fotos und Videomitschnitte waren auf der großen LED-Wand des Festivals Gießener Auftritte zu sehen. Natürlich hatte auch die Stadtbibliothek ihre Pforten geöffnet. Interessierte konnten Bücher ausleihen, kostenfrei einen Bibliotheksausweis erhalten und ebenso ihren persönlichen Beitrag zum Thema Umwelt für die Online-Ausstellung auf der Website von »Ich.Morgen« hinterlassen.

Moritat gegen Gedankenlosigkeit

Zu sehen war auch ein Film der beiden Studentinnen Anja Horstmann und Natalija Köppl über die Veränderungen des Lebensraums »Stadt Gießen«. Das Umweltthema wurde hier nicht nur auf Natur reduziert, sondern umfasste auch eine soziale und ökonomische Komponente. Ein besonderes Schmankerl war die Audioarbeit von Valentina Eimer, die viele Passanten zur Stadt Gießen befragte und daraus einen wirklich hörenswerten Beitrag zusammengestellt hatte. Das Ergebnis war ein unverstellter Blick auf die Stadt und zugleich ein Liebesbrief an Gießen. Seine subjektive Sicht auf das Thema »Eintauchen in natürliche Umwelt« stellte Künstler Norbert Umsonst anhand eigener Zeichnungen und Gedichte dar. Den Abschluss bildete eine von der städtischen Klimaschutzmanagerin Mechthild Sörries moderierte Gesprächsrunde zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit mit Vertretern von »Fridays for Future«, Weltladen, Werkstattkirche und Unverpacktladen.

Für Guido Leyener-Rupp, Leiter der Stadtbibliothek, und Janine Clemens vom LZG sind diese Abschlussevents große Zwischenschritte eines besonderen Projektes, das seit April läuft und in dem so viele Kooperationspartner in der Stadt wie das Kulturamt, das Büro Zellkultur und verschiedene Institutionen aus den Stadtquartieren gut zusammengearbeitet haben. Beide freuen sich schon auf die Abschlussveranstaltung am 23. Oktober - natürlich in der Stadtbibliothek. »Wir werden dort alle drei Themenbereiche noch einmal auf vielfältige Weise reflektieren - uns haben seit April unglaublich tolle Beiträge in Bild und Text errreicht«, so Leyener-Rupp und Clemens.

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