RamshawBand26_160721_4c_1
+
Nick Ramshaw begeistert das Publikum mit seiner Musik. BF

Ein Riesenvergnügen zum Abschluss

  • VonRedaktion
    schließen

Gießen (bf). Rundum sehens- und hörenswert und einfach zum Genießen war die letzte Folge von Dietrich Fabers »Corona-Kultur-Show« auf der Bühne des Forums der Volksbank Mittelhessen. Mit prominenten musikalischen Mitstreitern - der Nick-Ramshaw-Band und »Manni Kreutzer & The Overhesse« - sicherte sich der Gastgeber eine niveauvolle und unterhaltsame musikalische Basis.

Das Publikum war höchst angetan.

Schon der Auftakt mit der sehr erfahrenen und zu größter Geschlossenheit verdichteten Nick-Ramshaw-Band war eine sichere Fahrkarte ins Herz der Zuhörer. Christian Krauß an den Keyboards, Schlagzeuger Oli Pohl und Frank Höfliger am Bass ergänzten Ramshaws makellosen Tenor und sein traumhaft sicheres Gitarrenspiel noch um eine besondere Dimension, nämlich den mehrstimmigen Chorgesang. Gleich der erste Titel, »Missing you«, legte die Richtung fest, es ging um Pop, nicht Rock. Das liegt Ramshaw einfach nicht mehr. Es wurde durchaus kommerziell und eingängig musiziert, eben Musik zum Wohlfühlen.

Das volle Spektrum kam dann mit dem ersten Glanzlicht »Catch my heart«. Leicht angejazzter Stil, und vor allem der famose vierstimmige Gesang nahmen die Zuhörer restlos für sich ein; eine seltene Wohltat, die nicht jeder draufhat. Doch mit Ramshaws angenehmen, sicheren Tenor und der Erfahrung und spürbaren Hingabe dieser vier Musiker fühlte man sich rundum wohl. Zumal der Sound in der an sich schwierigen Halle prima war, dafür hatte Christian Krauß gesorgt. Noch ein Highlight: Ramshaws fast wehmütiger, vermutlich aber ironischer Blick zurück in die jungen Jahre, »Back in the Days«. Da sang er schwärmerisch »There was never rain, just sun«, und es klang wie bei Simon and Garfunkel. Vielseitigkeit war der Hauptaspekt des Sets, einfach hoch glänzende Popmusik.

Das eigentliche Finale bestritten Gastgeber Faber sowie »Manni and the Overhesse«. Hier brachte Faber seine wohlvertraute Figur des hesselnden, simpel gestrickten Land-eis Manni Kreutzer ein. Der wirkt sehr frisch und spritzig, was auch für die renommierte Band insgesamt galt. Tess Wiley (»Tessie Texas«) mit Geige und Gesang, der hochkompetente Georg (»George the Bear«) Bär an der Fiedel, Frank Höfliger am Bass, Michael Harries (Gitarre, Mandoline) und Tim Potzas (Steel und Lapsteel Guitar) lieferten Faber eine Basis, auf der er nicht verlieren konnte, zumal alle vor Spielfreute fast platzten.

Faber selbst war in Bestfom und funktionierte auch an Gitarre und Geige korrekt; vor allem sang er sehr gefühlvoll. Was bei seiner Performance jedoch Absicht ist oder missglückt, weiß man nicht immer, stimmig war es jedoch absolut. Die »Overhesse« lieferten zu Fabers ausgeschlafener, dialektgesättigter Kalauerei keineswegs nur provinzielles Hintergrundrauschen. Vielmehr gelang ihnen nicht nur mit »Minus Blues« eine authentische Countrymusik mit Hessen-Einschlag. Hinzu kam der »Manni«-Charme.

Wenn dann Potzas in die Saiten griff, wehte das Country-Gefühl in den Saal, Bärs Fiedelei war nicht zu übertreffen, und Harries Beiträge ließen ebenfalls keine Wünsche offen. Ganz deutlich wertete Wiley mit ihren Vokaleinlagen und lustigen Klavieraktionen den heiteren Charakter auf. Es war ein Riesenvergnügen, der Applaus war entsprechend massiv.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare