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Roland Bocks Leben mit Höhen und Tiefen liegt nun als Romanbiografie vor.

Ein Mann wie ein Bär

  • VonBarbara Czernek
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Gießen (bac). Er war ein Mann wie ein Bär und hat sogar mit einer Bärin gekämpft: Roland Bock, Olympiasieger im Ringen (1968 in Mexico), Catcher, Veranstalter, Unternehmer, Schauspieler, Pleitier: Die Liste seiner Aktivitäten ist lang. Und er hat immer noch Ideen. »Meine Geschichte reichen noch für drei weitere Bücher«, versicherte er in seinem charmanten schwäbischen Dialekt, den er auch nie verleugnet hat.

Bock kommt aus Stuttgart-Feuerbach und ist nach vielen Höhen und Tiefen auch dorthin zurückgekehrt. Das, was dazwischen liegt, hat Andreas Matlé in der Roman-Biografie »Bock! Im Kampf gegen Stiere und sich selbst« niedergeschrieben. Dies bot viel Gesprächsstoff am Dienstagabend im Literarischen Zentrum zwischen Matlé, Bock und Prof. Sascha Feuchert, der auch moderierte und selbst immer wieder fast ungläubig bestätigte: »Dann schaut man im Internet nach und dann stellt man fest: Es ist genauso gewesen.«

Bock, der weißhaarige, 77-jährige Mann, der sich mit Hilfe eines Rollator fortbewegen muss, hat äußerlich so gar nichts mehr mit dem Hünen der vergangenen Jahre zu tun. Doch der Eindruck täuscht: Körperlich hat er sich zwar verändert, denn er hat viele Operationen und Schicksalsschläge hinter sich, doch sobald er seinen Mund aufmacht und die Storys aus seinem Leben erzählt, dann ist jener Bock wieder da, der mit einer Bärin gekämpft hat und der es sogar einmal mit einem Stier im Schlachthof aufgenommen hatte.

Der Lebensweg von Bock ist unglaublich, von daher ist es nur folgerichtig, dass er publiziert wurde. Sorgsam hat Matlé den Weg niederschrieben und darauf geachtet, den Erzählton des Protagonisten genau zu treffen. Das ist ihm gelungen, denn bei dem Dreier-Gespräch oblag es ihm, die Textpassagen aus dem Buch vorzutragen, die immer wieder von Bock selbst bestätigt oder ergänzt wurden. Vieles von dem, was berichtet wird, spiegelt den Zeitgeist der Anfänge der Bundesrepublik wider und ist heute kaum mehr vorstellbar. Ein Leben, das für viele reicht. Vielleicht wird Matlé in ein paar Jahren eine Fortsetzung präsentieren. Stoff dazu gibt es genug.

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