Wort zum Sonntag

Ein Licht sein

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Immer noch denke ich an die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. Die Zustände, die Armut und das Leid dort sind immer noch extrem. Viele Helfer sind vor Ort, Finanzen fließen, Betroffene sind dankbar für alle Hilfe. Ich mache mir Gedanken und bete für diese Region. Mir kommt die Frage nach dem »warum« auf und wer ist schuld? Suche eine Erklärung für das Unbegreifliche!

Wen oder wer kann zur Rechenschaft gezogen werden. Innerlich merke ich wie unqualifiziert und unreif diese Gedanken sind.

Solche Gedankenabläufe sind nichts Neues. Im Johannesevangelium 9 stellen die Jünger Jesus die gleiche Frage: »Wer ist schuld daran, dass dieser Mann von Geburt an blind ist? Hat er selbst Schuld auf sich geladen oder seine Eltern?« So sind Menschen gestrickt: Wer hat Schuld? Die Eltern? Gott? Das Schicksal? Und bei der Unwetterkatastrophe: Wer hat Schuld? Die Behörden? Die Politik? Der Katastrophenschutz? Der Klimawandel? Irgendeiner muss doch verantwortlich zu machen sein!

Als die Jünger diese Schuldfrage stellen, geht es um einen von Geburt an Blinden. Und ich denke so was kann man doch nicht fragen. Aber ist das wirklich so etwas ganzes anderes? Stelle ich angesichts dieser Naturkatastrophe klügere Fragen als die Jünger? Eher nicht. Was antwortet Jesus: »Weder noch«! Im weiteren Verlauf begründet er auch seine Aussage. Es sagt im Prinzip, dass es bei der Frage nach Schuld, um die Suche nach einem Sündenbock geht! Viel wichtiger ist die Frage: wie gehe ich mit Leid und Not um! Bin ich in dieser Situation ein Licht? Mit der Suche nach einem Sündenbock verschieben wir nur die Verantwortung. Genau darum geht es: Verantwortung übernehmen! Was kann wer verbessern? Was ist mein Beitrag, was mache ich jetzt daraus? Licht sein! Wo muss ich Verantwortung übernehmen? Ganz konkret, in dieser Situation?

Andreas Christoph, Pastor von LivingGraceChurch-Haus Gottes

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