Eröffnen das inklusive Kinder- und Familienzentrum "Sophie Scholl" (v. l.): Jennifer Seidler (Lebenshilfe), Dirk Oßwald (Vorstand Lebenshilfe Gießen), Bauherr Daniel Beitlich, Maren Müller-Erichsen (Aufsichtsratsvorsitzende Lebenshilfe Gießen), OB Dietlind Grabe-Bolz, Kita-Leiterin Sarah-Jane Taylor, Vermieter Jürgen Bluhm und Hendrik Hoekstra von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätten sowie Rebecca Neuburger-Hees (Lebenshilfe).		FOTO: DANIEL BEISE
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Eröffnen das inklusive Kinder- und Familienzentrum »Sophie Scholl« (v. l.): Jennifer Seidler (Lebenshilfe), Dirk Oßwald (Vorstand Lebenshilfe Gießen), Bauherr Daniel Beitlich, Maren Müller-Erichsen (Aufsichtsratsvorsitzende Lebenshilfe Gießen), OB Dietlind Grabe-Bolz, Kita-Leiterin Sarah-Jane Taylor, Vermieter Jürgen Bluhm und Hendrik Hoekstra von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätten sowie Rebecca Neuburger-Hees (Lebenshilfe). FOTO: DANIEL BEISE

»Ein Haus voller Möglichkeiten«

  • Daniel Beise
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Im Wohn- und Gewerbegebiet »Am Alten Flughafen« wurde am Montag das inklusive Kinder- und Familienzentrum »Sophie Scholl« eröffnet. In dem Gebäude stehen zudem ab April 21 geförderte, barrierefreie Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung zur Verfügung, darunter sechs für des hessenweit einmalige Projekt »Begleitende Elternschaft«.

Das ist eine ganz neue Erfahrung. Und das wird ein Haus voller Freude, Spaß und Möglichkeiten«, sagt Sarah-Jane Taylor . Die 29-Jährige leitet das am Montag eröffnete Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) »Sophie Scholl« im Wohn- und Gewerbegebiet »Am Alten Flughafen«. Die Erzieherin hat eine duale Ausbildung gemacht und ist seit zehn Jahren bei der Lebenshilfe Gießen, die das KiFaZ im ehemaligen US-Depot betreibt. Als junge Leiterin sei das nun eine schöne, freudige Aufregung. »Ich bin gewillt zu lernen und auch Fehler zu machen in dem super Team«, betont sie.

Ihr Team betreut künftig 70 Kinder in vier Gruppen, 50 Kita-Plätze sind für Ü3-Kinder, der Rest für jüngere. Pro Gruppe gibt es drei bis vier Plätze für Kinder mit Integrationsplatz - also nicht allein für Kinder mit Behinderung, sondern auch jene mit Entwicklungsrückstand.

»Wir sind glücklich und stolz, dass wir an diesem Standort bereits unser zweites Kinder- und Familienzentrum innerhalb Gießens eröffnen und ferner mit sechs Wohnungen für das Angebot der ›Begleitenden Elternschaft‹ einen echten Meilenstein in Hessen setzen können«, hieß es von Lebenshilfe-Vorstand Dirk Oßwald und der Aufsichtsratvorsitzenden Maren Müller-Erichsen in einer Mitteilung. Auch Menschen mit geistiger Behinderung wünschen sich Kinder. Die Lebenshilfe Gießen unterstützt im Rahmen des Projekts, das vom Land Hessen gefördert wird, Eltern bei der Erziehung, Pflege und Versorgung der Kinder und hilft außerdem im Alltag und Haushalt.

»Vor rund drei Jahren hat die Stadt ihr Interesse an uns für das Projekt bekundet. Wir sind dankbar, dass sie uns ausgewählt hat«, sagte Oßwald bei der Eröffnung. »Dieses Zentrum ist nicht nur für Betreuung da, es ist ein Ort der Begegnung«, betonte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Sie freue sich über den Namen »Sophie Scholl«. Wenn man sich anschaue, wie der Name der Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus von manchen sogenannten Querdenkern missbraucht werde, »wird das Zentrum den Namen mit Würde tragen«.

»Als Vermieter wünschen wir uns ein Haus voller Leben und unterschiedlicher Lebensentwürfe, sodass sich Menschen mit und ohne Behinderung wohlfühlen und verwirklichen können«, schreibt Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt. Auch Bauherr Daniel Beitlich (Revikon) freute sich, »dass es gelungen ist, neben der Kindergartennutzung auch noch Wohnungen im Sinne der Lebenshilfe zu organisieren«.

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