Musiker Samuel Harfst ist der Stargast beim Autokino-Gottesdienst der EFG. FOTO: IGE
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Musiker Samuel Harfst ist der Stargast beim Autokino-Gottesdienst der EFG. FOTO: IGE

"Ein Gefühl von Gemeinschaft"

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Gießen(ige/pm). Einen Gottesdienst der besonderen Art feierte die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (EFG) Gießen am Sonntag. Um 11 Uhr verfolgten mehr als 600 Menschen aus ihren Autos einen Gottesdienst, der live auf der Bühne des Autokinos Gießen stattfand und im Autoradio übertragen wurde.

Mehr als 30 ehrenamtliche Mitarbeiter der Gemeinde hatten den Autokino-Gottesdienst in den vergangenen zwei Wochen vorbereitet. Matthias Schilp und Susanne Peitz führten als Moderatoren durch das Programm, das neben Live-Musik und Interviews auch eine kurze Predigt beinhaltete. Als Special Guest konnte die Gemeinde den christlichen Singer-Songwriter Samuel Harfst gewinnen. Er gab im Gottesdienst, der unter dem Motto "Freundschaft" stand, nicht nur Lieder zum Besten, sondern erzählte auch von seiner Freundschaft zu dem vor zehn Jahren in der Sendung "Wetten, dass…" verunglückten und seitdem querschnittsgelähmten Samuel Koch. "Ich lerne viel von Sammy, er ist ein inspirierender, schlauer Kopf und sagt mir immer ehrlich, was er denkt", sagte Harfst. "Die Leute, die einem harte Sachen ins Gesicht sagen und hinterm Rücken nur Gutes über einen reden, das sind wahre Freunde." In der kurzen Predigt veranschaulichte EFG-Pastor Thorsten Lehr den Wert von Freundschaft und Vertrauen anhand der biblischen Geschichte, in der Petrus seinem Freund Jesus auf dem Wasser entgegenläuft und Jesus ihm hilft, als er vor lauter Angst zu sinken droht. "Wenn wir Gott vertrauen, wird er uns nicht fallen lassen", sagte Lehr. Auch an die kleinen Gäste wurde gedacht: So gab es in dem Gottesdienst neben Kinderliedern und Überraschungstüten mit Popcorn auch den Raben "Kra Kra Krawatte", der immer wieder auftauchte und mit seinen Auftritten nicht nur die Kinder unterhielt.

Wem es zu langweilig wurde, durfte aus dem Auto aussteigen und herumtoben - natürlich mit Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. "Das ist für mich Gemeinde", sagte ein Familienvater, als er sich auf dem Gelände umsah. Er habe die Gemeinschaft mit seinen Freunden in den vergangenen Wochen sehr vermisst. "Es ist ein Gefühl von Gemeinschaft aufgekommen - trotz des Abstandes", resümierte Lehr. Wie viele andere Kirchen und Gemeinden kann seine Gemeinde seit Ausbruch der Corona-Pandemie keine normalen Gottesdienste in ihrem Gemeindehaus anbieten. Auch nach den jüngsten Lockerungen gelten für Gottesdienste in Kirchen hohe Hygieneauflagen. "Der Autokino-Gottesdienst war eine kreative Idee, um in dieser besonderen Zeit Gemeinschaft zu ermöglichen und einen Gottesdienst mit vielen Menschen zusammen zu feiern", freute sich Pastor Lehr. Von den 244 Anmeldung seien knapp 150 extern, also nicht aus der Gemeinde heraus gekommen", sagte Christoph Granz, Diakon für Kommunikation, der das Ticketing betreute.

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