Ein ästhetisches Gesamtwerk

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Gießen (kdw). Auch das Foyer der Sparkasse verwandelt sich wieder in einen Kunstort: Aktuell zeigt dort die Fotogruppe Hausen ihre Ausstellung »Jugendstil«. Die hochaktiven Amateurfotografen schauten sich einige Ecken und Gebäude in der Stadt mal genauer an. Sie entdeckten zahlreiche, teils gut gepflegte Jugendstilhäuser, die, in den Fokus gestellt, einen wirklich starken Eindruck machen.

Von so viel Kunst am Bau kann man heute nur noch träumen.

34 Arbeiten von 20 Fotografen

Im Sparkassenfoyer geht das momentan allerdings ganz ausgezeichnet. Zur Eröffnung am Montag hielt Winfried Diegelmann von der Fotogruppe einen erhellenden und knackigen Vortrag, der gut ins Thema einführte. Ziel des Jugendstils sei die Verbindung von Architektur, Kunsthandwerk und Kunst zu einem einheitlichen, ästhetischen Gesamtwerk gewesen. »Kennzeichnend für den Jugendstil sind florale, ornamentale Abstraktionen, dekorative fließende Linien sowie geometrische Formen,« sagte Diegelmann.

Sparkassen-Vorstandmitglied Ilona Roth freute sich in ihrer Begrüßung zur Vernissage, dass »wir trotz dieser besonderen Zeiten Fotografen und Künstlern wieder eine Plattform für ihre Arbeiten bieten können«.

20 Fotografen zeigen 34 großformatige Arbeiten, die dem Betrachter in überwiegend herausragender Qualität sämtlich wesentliche Aspekte städtischer Architektur mit großer Sorgfalt ins Bewusstsein heben. Man erblickt einen beispielhaften Reichtum an Formen, geometrischen Einfällen und nicht zuletzt romantischen Verspieltheiten, die heute womöglich als unsachlich empfunden werden können. Ein wahrer Albtraum für heutige Graukastenarchitekten. Damals dachte auch niemand an Taubenschutz. Lässt man sich auf diese Ansichten ein und seine alltägliche Gleichgültigkeit für tausendmal Gesehenes hinter sich, erlebt man fast so etwas wie eine kleine Zeitreise zurück in ein geradezu märchenhaft ausgeschmücktes Land.

Sämtliche Bilder der Schau sind auch im Internet zu sehen auf www.kunstmatrix.com, dort nach Sparkasse Gießen suchen. Und »in echt« noch bis zum 6. August zu den üblichen Öffnungszeiten in der Sparkassenzentrale in der Johannesstraße.

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