Eichendorffring-Brandstifter in Untersuchungshaft

  • Marc Schäfer
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Gießen(mac). Der mutmaßliche Brandstifter, der Ende des vergangenen Jahres rund um den Eichendorffring für Angst und Schrecken gesorgt hat, sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Das bestätigte Thomas Hauburger, Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, auf Anfrage dieser Zeitung.

Dem aus Tunesien stammenden 24 Jahre alten Beschuldigten wird vorgeworfen, in der Zeit vom 31. Oktober 2019 bis zum 20. November 2019 in vier Fällen eine Sachbeschädigung durch Brandlegung begangen zu haben. Er soll im Eichendorffring und im Anneröder Weg insgesamt drei Müllcontainer angezündet und am Kugelberg einen frei stehenden Gartenschuppen in Brand gesetzt haben. Ihm droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Laut Staatsanwaltschaft wurden die Hauptverhandlungstermine noch nicht bestimmt. Der Tatverdächtige wurde bereits am 17. Februar beim Amtsgericht angeklagt.

Im Dezember 2019 hatte sich der Mann zunächst seiner Festnahme entziehen wollen, indem er am Kugelberg auf das Dach eines Hauses geklettert war, nachdem er mitbekommen hatte, dass die Polizei bei ihm vor der Tür stand, um ihn damals noch für weitere Ermittlungen zu befragen. Nach einer Weile auf dem Dach ließ sich der Mann aber widerstandslos festnehmen. Da er bei seiner Flucht nur leicht bekleidet gewesen war, hatte er sich Unterkühlungen zugezogen. Nach einer Behandlung im Krankenhaus war er bis zum Februar auf freiem Fuß.

Ende des vergangenen Jahres war es innerhalb von sechs Wochen in und an den Wohnheimen des Studentenwerks im Eichendorffring zu mehreren Brandstiftungen gekommen. Am 20. Oktober 2019 musste die Feuerwehr gerufen werden, da es fast zeitgleich in Küchen des E- und Y-Hauses gebrannt hatte. Unbekannte hatten Toilettenpapier in einen Backofen gestellt und entzündet.

"Die Brände machen uns sehr besorgt", hatte Ralf Stobbe, Geschäftsführer des Studentenwerks, damals gesagt. In der Wohnanlage im Eichendorffring lebten zu dieser Zeit etwa 850 Personen. Ob der nun einsitzende mutmaßliche Brandstifter auch für diese Küchenbrände verantwortlich ist, ist offenbar noch unklar.

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