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Eine Camping-Aktion des CVJM in einem Schrebergarten - Jannis Schuchmann (Mitte) engagiert sich ehrenamtlich beim Christlichen Verein Junger Menschen.

CVJM

Ehrenamt in Gießen: Christlicher Verein bietet Freizeitangebote für Jugendliche

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Erst ein FSJ, jetzt ein Ehrenamt. Ein Darmstädter kommt nach Gießen und kümmert sich hier in einem christlichen Verein um Jugendliche.

Für die letzten beiden Ferienwochen stand einiges auf dem Plan beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in Gießen: Ein Ausflug zum Launsbacher See, der wetterbedingt zu einer Karaoke-Aktion umgeplant wurde, Camping in einem Schrebergarten, ein Filmabend mit Übernachtung im Vereinsheim in der Ludwigstraße 42, ein Geländespiel durch die Stadt… Stets dabei als helfende Hand: Jannis Schuchmann.

Ehrenamt in Gießen: Austausch über das Internet

Der 20-jährige kam vor zwei Jahren aus Darmstadt für ein Freiwilliges Soziales Jahr beim CVJM nach Gießen. »Das erste halbe Jahr war das wirklich Sozialarbeit mit Jugendlichen, dann kam Corona«, erzählt er. Der Austausch, das Miteinander wurde auf Bildschirme verlegt. Onlinespiele oder Andachten von Teenagern zu einem persönlichen Thema haben sie organisiert. »Es ging auch einfach darum, mit den Teens zu reden«, betont er.

In der Zwischenzeit war sein FSJ vorbei. »Aber ich mag den Verein sehr und wollte hier weiter nebenher aktiv sein«, sagt der nun Ehrenamtliche. Zudem begann er ein Studium in Eventmanagement und parallel eine Ausbildung zum Finanz- und Investmentberater. Wie er das alles zeitlich unter einen Hut bekommt? »Das geht eigentlich ziemlich nice, wenn man Dinge wie den Google-Kalender gut nutzt«, sagt er und grinst.

In der Lockdown-Zeit dann alle Jugendlichen so lange digital bei der Stange zu halten, war gar nicht so einfach. Immerhin erreicht der CVJM jährlich fast 1000 junge Gießener mit seinen Angeboten; darunter neu zum Beispiel eine Gruppe für Mädchen und junge Frauen ab 14 Jahren - insbesondere auch mit Fluchterfahrung, um interkulturelle Begegnungen zu schaffen.

Ehrenamt in Gießen: Camping und Teamspiele

In den vergangenen Wochen haben Schuchmann und die 71 anderen, überwiegend jungen Ehrenamtlichen wieder intensiveren Kontakt zur Jugend gesucht - um sie motivieren, an Aktionen des christlichen Werks teilzunehmen. Und sie kommen wieder. Zum Camping in einem Schrebergarten in Wieseck nahmen in der letzten Ferienwoche rund 15 Teenager teil. Während Schuchmann versuchte, hinter einem Schuppen eine Toilettengrube auszuheben, haben die anderen ihre Zelte aufgebaut. Mit von der Partie war auch Larissa Mehrwald, die vor zwei Jahren hauptamtliche CVJM-Jugendreferentin wurde. Auch die 28-jährige Hamburgerin hat über langjähriges ehrenamtliches Engagement hier eine erfüllende Arbeit gefunden.

Neben Freizeit gab es im Garten verschiedene Teamspiele: So wurden den Teenagern die Augen verbunden, dann sollten sie horchen, wo Schuchmann ein Seil hinwirft, dieses dann gemeinsam finden und in der Gruppe daraus blind ein Dreieck formen. Die nächste Stufe waren dann zwei blinde Gruppen, zwei Seile und zwei zu formende Dreiecke, die die Gruppen dann übereinander zu einem Stern legen sollten. Teambuilding und gleichzeitig jede Menge Spaß. Nach dem Essen und gemütlicher Runde am Lagerfeuer gab es noch ein nächtliches Rollenspiel.

Ehrenamt in Gießen: Ein Wunsch für die Jugend

Rund zehn Stunden in der Woche steckt Schuchmann in diese freiwillige Arbeit. Er könne auch gut mit Kids, habe aber im FSJ gemerkt: »Ich kann mit Jugendlichen einfach besser, da ist man näher dran und das ist ein einfacheres Miteinander.« Beim CVJM könne man sich als Ehrenamtlicher »sehr frei« ausprobieren, berichtet Mehrwald. Ihre heutige Rolle als Leiterin der Jugendverbandsarbeit sehe sie darin, den Engagierten Raum und Anleitung in der Sozialarbeit zu geben und »Mädchen für alles« zu sein. Der CVJM zeichne sich durch ein »wertschätzendes Klima, eine bunte Gemeinschaft und jahrelange Freundschaften« aus.

So hat auch Schuchmann, der noch recht frische Gießener, neben dem Studium vor allem hier Freunde gefunden. Die Stadt möge er besonders, weil sie jung ist. Als Sozialarbeiter irgendwann Geld zu verdienen, könne er sich durchaus vorstellen, allerdings sei das Angestelltenverhältnis nicht so sein Ding. Freiraum, um selbst was zu machen, brauche er.

So wünscht er sich auch für die gerade erwachsen werdende Jugend, die wegen dieser Pandemie so einiges verpasst hat, »dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird ein bisschen Leben nachzuholen, dass Eltern auch mal sagen: ›Komm, du darfst jetzt mal das ganze Wochenende abzischen‹, und dass wir als Verein versuchen, ein paar besonderere Sachen zu planen.«

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