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Das nächste wichtige Ereignis für die heimischen Schausteller ist die Frühjahrsmesse an der Ringallee. FOTO: SCHEPP

Interessensvertretung

Dritter Schaustellerverband in Gießen gegründet

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In Gießen hat sich ein dritter Schaustellerverband gegründet. An der Spitze steht Patrick Walldorf. Er hat sich zuletzt nicht mehr von den beiden anderen Verbänden vertreten gefühlt.

Gießen (mö). Gießen ist traditionell eine Hochburg des Schaustellergewerbes. Ohne die Unternehmen aus der Heimatstadt der Schausteller-Legende Erich Walldorf ist kein Markt, Stadtfest oder Rummelplatz in Mittelhessen und darüberhinaus denkbar. An einem Strang ziehen die Betriebe freilich schon seit längerem nicht mehr. In Gießen hat sich nun dieser Tage der mittlerweile dritte Branchenverband gegründet.

Er nennt sich Schaustellerverband Gießen Nordwest e.V. und wird von Patrick Walldorf als Vorsitzendem geführt. Zur zweiten Vorsitzenden bestimmten die Gründungsmitglieder bei einer Versammlung Sandy Walldorf. "Wir wollen unsere Interessen gegenüber der Stadt, dem Stadtmarketing und anderen Veranstaltern vertreten und uns konstruktiv in die Konzeption von Märkten und Festen einbringen", betonte P. Walldorf in einem Gespräch mit der GAZ.

Gießen: Bei Manöverkritik mitreden

P. Walldorf sagte, an der Gründungsversammlung hätten fast zehn Personen aus Gießen teilgenommen, die Schaustellerbetriebe führten. Der Vorsitzende geht davon aus, dass der Zulauf an Unternehmen im Laufe der Zeit noch zunehmen wird. Die Gruppe um die beiden Walldorfs hatte sich in den letzten Jahren nicht mehr vertreten gefühlt, wenn es zu Absprachen zwischen der Stadt bzw- der Stadtmarketing-Gesellschaft und den bislang bestehenden beiden Berufsverbänden kam. Auslöser für die Gründung sei die Information gewesen, dass sich die Marketing GmbH und die bestehenden Verbände zu einer Nachbesprechung des Weihnachtsmarkts treffen wollen. P. Walldorf geht davon aus, dass zu dieser Unterredung nun auch der neue Verband Gießen Nordwest eingeladen wird.

P. Walldorf sieht es kritisch, dass Stadt und Marketinggesellschaft in der Presse eine überaus positive Bilanz des letztjährigen Weihnachtsmarkts gezogen hätten. "Das neue Konzept und das Ergebnis passten nicht zusammen. Die Defizite dürfen nicht schöngeredet werden", stellte P. Walldorf fest. Unternehmer wie er selbst, die mit ihren Buden in den Nebenlagen gestanden hätten, könnten sich "so einen Weihnachtsmarkt nicht noch einmal leisten".

Walldorf kündigte an, dass sich der neue Verband dem Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V. (BSM) anschließen wird. Dies sei "ganz wichtig", um dann auch als regionaler Verband attraktiv für die einzelnen Unternehmen zu sein.

Gießen: 2013 kam es zur Spaltung

Bis vor einigen Jahren gab es in der Region nur den Schaustellerverband Mittelhessen. Als dessen Mitglieder 2013 ihren bisherigen Vorsitzenden Andreas Walldorf nicht mehr wiederwählten und dafür Werner Warmbold aus dem Lahn-Dill-Kreis an die Spitze setzten, kam es zur Spaltung. A. Walldorf, der als größter Einzelunternehmer in der Region gilt, gründete den Schaustellerverband Gießen.

Damals waren A. und P. Walldorf noch Kompagnons, aber vor drei Jahren kam es zum Bruch und in der Folge immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Cousins. Die Gruppe um Patrick und Sandy Walldorf hat sich nun quasi für den Marsch durch die Insitutionen entschieden, um mit einem eigenen Verband die Berufsinteressen besser vertreten zu können als bisher.

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