Drei neue Ateliers im Jokus

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Es waren einst Büros, dann Lagerräume. Nun sind die vier Zimmer im Souterrain des Jokus-Ateliers geworden. Eva Mohr, Teresa Rinder und Caroline Streck hatten zum Tag des offenen Ateliers eingeladen. Es herrschte reges Kommen und Gehen.

Das Unwetter vor wenigen Wochen hätte beinahe einen Strich durch die Planung gemacht. Besucher des Jokus wissen, dass der Eingang über eine Abwärtstreppe führt und da hinunter waren bei dem großen Unwetter die Wassermassen gerauscht. Erstaunlicherweise war jedoch nur das erste Zimmer betroffen, in dem Eva Mohr ihren Kreativraum hat. Da der Fußboden noch ausgewechselt werden soll, war für den Tag der offenen Tür am vergangenen Samstag noch nicht alles eingerichtet. Dennoch vermittelt die Künstlerin einen schönen Eindruck in ihren Arbeitsbereich, der Home-Deko aus Papier, Holz, Stoff, Kunstleder oder Wolle beinhaltet.

Eigentlich hatte sie nach ihrem geisteswissenschaftlichen Studium Journalistin werden wollen, doch der Arbeitsmarkt sah gerade nicht so rosig aus. Daher nutzte sie die Möglichkeit zur Weiterbildung und wurde hauptberufliche PR-Beraterin. Der Kreativbereich ist für sie Entspannung in der Freizeit, doch geht sie auch hier profimässig vor, hat 2016 ein Gewerbe angemeldet. Sie verkauft besondere Papiere und Stempel, mit denen sich wunderbare Dinge fürs Zuhause, für Geschenke basteln lassen. Künftig wird sie auch Kurse anbieten, ihre Homepage ist noch im Entstehen (evamohr.de).

Hauptmieter ist raumstation 3539

Im nächsten Raum erwartete Teresa Rinder die Besucher. Sie hat ihr Kunstpädagogikstudium gerade abgeschlossen und befindet sich in der beruflichen Orientierungsphase. Ihr Schwerpunkt ist Druckgrafik, was sie auch in Kursen weitergeben möchte. An der Universität nutzte sie auch den Siebdruck, im eigenen Atelier sind Linoldruck und Holzschnitt einfacher zu handhaben. Ihre Motive entnimmt sie der Natur, vor allem Tiere führt sie mit ornamentalen Mustern zu surrealer Wirkung. Ihr GraphicArt Studio 25 soll Atelier und Ausstellungsort zugleich sein. Sie erwägt auch feste Öffnungszeiten. Ihre Kurse wird sie über einen Newsletter und Facebook bekannt machen (teresa-rinder.de).

Caroline Streck ist schon weiter in ihrer künstlerischen Karriere. Sie studierte Freie Kunst an der HbK Saarbrücken, hatte Stipendien und einen neunmonatigen Studienaufenthalt in Istanbul, bevor sie am Chelsea College of Arts in London studierte. Darauf folgte 2016 ein einjähriges Atelierstipendium in London. Seit Kurzem lebt und arbeitet sie in Gießen, sie wurde vom Kulturamt in die Gießener Kunstreihe aufgenommen und erhielt eine Repräsentationsbroschüre. Das Jokus-Atelier ist für ihre sonst üblichen Formate zu klein, sie ist daher gezwungen, kleiner zu arbeiten. Das nimmt sie als wichtige Übung, sich auch anderen Materialien zuzuwenden. Installativ und raumbezogen hat sie erst kürzlich in Siegen arbeiten können.

Das Büro der "Seriale" im Jokus war nicht geöffnet, hatten die Macher doch zuvor ihr alljährliches WebSerien-Festival absolviert. Zwar gehören die Räumlichkeiten der Stadt Gießen. Hauptmieter ist die aber Genossenschaft raumstation 3539, die über ihr "Urbanautik" genanntes Programm leerstehende Räume sucht und an Kreative weitervermietet. (Fotos: dkl)

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