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Drei Künstlerinnen in der Kunsthalle

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Von: Karola Schepp

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Ramirez_211222_4c_2 © Red

Nach umfangreichen Umbaumaßen feiert die Kunsthalle am 14. April nächsten Jahres ihre Neueröffnung. Das neue Programm zeigt nicht nur Einzelausstellungen von drei Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen. Es gibt auch zwei neue Kooperationen.

Nach der Wiedereröffnung im April 2023 werden in der Gießener Kunsthalle Ausstellungen von Mary-Audrey Ramirez, Sibylle Ruppert und Emma Talbot Einblick geben in vielschichtige Bildwelten. Sie alle berühren grundlegende Fragen des Menschseins.

Aktuell überbrückt die Kunsthalle die umbaubedingte Schließungsphase mit der digitalen Ausstellung »Temporarily Moved«. Die ist noch bis zum 31. März 2023 zu erleben - zugänglich über den Instagram-Account der Kunsthalle sowie die Kunsthallen-Homepage (kunsthalle-giessen.de). Im Vorgriff auf die Einzelausstellung mit der luxemburgischen Künstlerin Mary-Audrey Ramirez ab April lädt die Wahlberlinerin in Zusammenarbeit mit Künstler Max Kreis zu dieser digitalen Ausstellung ein. Nacheinander übernehmen Moises Sanabria, Fabiola Larios, Minne Atairu, Hohloh, Max Kreis und Mary-Audrey Ramirez den Instagram-Account der Kunsthalle. Für die schrittweise wachsende digitale Ausstellung entwickeln sie NFTs - Non Fungible Tokens.

Zur Wiedereröffnung der Kunsthalle als real zugänglichem Ausstellungsraum ist dann vom 14. April bis 30. Juni 2023 Kunst von Mary-Audrey Ramirez unter dem Titel »Forced Amnesia« zu sehen. Im Zentrum ihres Schaffens stehen digitale Techniken und Wesen aus Computerspielen. Dank ihrer Installationen fühlt man sich als Teil eines Onlinespiels. Fantasie als Gegenpol zum echten Leben sowie das Eindringen des Digitalen in unsere Welt sind Themen ihrer Kunst voller endzeitlicher Schönheit und mit subtilem Humor. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain, wo sie 2024 ebenfalls zu sehen ist. Kuratiert wird sie von Kunsthallenleiterin Dr. Nadia Ismail und Kevin Muhlen.

Sibylle Ruppert und der Comic

Nächste Künstlerin im Kunsthallenprogramm ist vom 21. Juli bis 15. Oktober 2023 Sibylle Ruppert. Die Werke der 2011 verstorbenen Frankfurter Künstlerin spielen mit unterdrückten Begierden und Ängsten. Körper bedrohen einander, durchdringen sich gegenseitig, verschmelzen zu neuartigen, grotesken Wesen. Marquis de Sade, Surrealist George Bataille oder HR Giger haben Ruppert inspiriert. Sie kreiert Zeichnungen voller detailreicher Bildwelten, die sich wie in einem Labyrinth immer wieder neu entfalten.

Die Ausstellung zeigt zudem zum ersten Mal eine bisher kaum beachtete Facette von Rupperts Kunst, ihre Auseinandersetzung mit Comics. Diese Ausstellung kuratieren Dr. Ismail und Gesine Borcherdt, die 2021 schon die Multimedia- und Installationskünstlerin Raphaela Vogel mit ihren »Uris« in der Kunsthalle gezeigt hatte.

Eine Ausstellung von Emma Talbot war bereits für 2021 in der Kunsthalle geplant. Der notwendig gewordene Umbau von Lüftung und Klimaanlage hat dies verhindert. Nun werden ihre Arbeiten dort vom 1. Dezember 2023 bis 18. Februar 2024 zu sehen sein. Die Künstlerin aus London arbeitet mit archaischen Motiven und zeichnet gesichtslose Wesen. Bei ihr finden japanische Ästhetik und indische Miniaturmalerei zusammen. Die Teilnehmerin der Venedig Biennale verarbeitet archaische Aspekte wie Geburt und Tod, Liebe und Verlust. Ihre persönlichen Erinnerungen fließen in die Geschichten ein. Hauptfiguren sind häufig gesichtslose Wesen mit langen Haaren.

Kooperation mit dem Stadttheater

Mit der Wiedereröffnung im April 2023 wird auch die Kooperation zwischen Stadttheater und Kunsthalle neu aufgelegt. Sie steht dabei unter dem Titel »(Re)Spacing«, was sich auf die sich wandelnde räumliche Situation in der Kunsthalle bezieht, aber auch »Wiederbelebung« bedeutet. Jeweils zwischen dem Auf- und Abbau der Ausstellungen reagieren Tänzerinnen und Tänzer des Tanzensembles auf die besondere Atmosphäre im Raum.

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mary-audrey-ramirez_pvc-_4c_1 © Red
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