Verkehrsaktionstag

Drei Kommunalpolitiker auf dem "heißen Stuhl"

  • schließen

Eigentlich sollte es eine Podiumsdiskussion werden. Und eigentlich sollte am späten Freitagnachmittag alle im Stadtparlament vertretenen Parteien daran teilnehmen. Doch den Fragen von Moderator Jörg Bergstedt stellten sich am Verkehrsaktionstag (die GAZ berichtete) in der Neustadt lediglich Christian Heimbach (SPD), Alexander Wright (Grüne) und Matthias Riedl von der Linken. Die Kommunalpolitiker diskutierten auch nicht miteinander, sie durften nacheinander auf dem "heißen Stuhl", wie Bergstedt den Einzelplatz im kleinen Zelt am Pfarrgarten nannte, Platz nehmen, um zu fünf verkehrspolitischen Forderungen der "Jury" die Positionen ihrer Fraktionen zu erläutern.

Eigentlich sollte es eine Podiumsdiskussion werden. Und eigentlich sollte am späten Freitagnachmittag alle im Stadtparlament vertretenen Parteien daran teilnehmen. Doch den Fragen von Moderator Jörg Bergstedt stellten sich am Verkehrsaktionstag (die GAZ berichtete) in der Neustadt lediglich Christian Heimbach (SPD), Alexander Wright (Grüne) und Matthias Riedl von der Linken. Die Kommunalpolitiker diskutierten auch nicht miteinander, sie durften nacheinander auf dem "heißen Stuhl", wie Bergstedt den Einzelplatz im kleinen Zelt am Pfarrgarten nannte, Platz nehmen, um zu fünf verkehrspolitischen Forderungen der "Jury" die Positionen ihrer Fraktionen zu erläutern.

Der thematische Reigen spannte sich vom Ausbau des Fahrradstraßennetzes über die Wiederbelebung der Straßenbahn und der Nutzung einer Regio-Tram in Gießen über den Bau einer Seilbahn bis zur Nutzung des ÖPNV zum Nulltarif und der Bereitstellung der inneren Fahrbahn des Anlagenrings ausschließlich für Räder und Busse. Vor allem SPD-Verkehrsexperte Heimbach geriet immer wieder mit Bergstedt und den Jury-Mitgliedern aneinander, wenn er bei manchen Fragen an den Aspekt der Finanzierung erinnerte. Der Bau einer Straßenbahn sei viel zu teuer, "aber wir haben Bahnlinien, die man als Regio-Tram nutzen kann", sagte der Stadtverordnete. Gut vorstellbar sei dagegen eine "Straßenbahn ohne Schienen".

Während auch Wright beim Thema Straßenbahn die immensen Kosten in den Vordergrund stellte und daran erinnerte, dass man in Edinburgh für fünf Kilometer Straßenbahnnetz 150 Millionen Euro bezahlt habe ("für so viel Geld könnte man auch etwas anderes machen), kündigte Riedl für die nächste Stadtverordnetenversammlung einen Antrag seiner Fraktion an, in dem es um eine Machbarkeitsstudie in Sachen Straßenbahn geht. Man müsse versuchen, für ein solches Vorhaben Fördergelder von EU, Bund und Land zu erhalten.

Dass Universitätsstandorte und Stadtteile irgendwann via Seilbahn miteinander verbunden werden, kann sich dagegen keiner der drei Politiker vorstellen. Bergstedt hatte versucht, die Idee mit Blick auf La Paz, wo die größte Seilbahn der Welt verkehrt, schmackhaft zu machen. Differenzierter fielen die Antworten auf die Forderung nach einem ÖPNV zum Nulltarif aus. "Das wollte ich in unserem Wahlprogramm haben", sagte Heimbach, verwies aber zugleich auf das Problem der Finanzierbarkeit. Als "nicht erfolgversprechend", stufte der Grünen-Vertreter den Wunsch nach kostenlosem Busfahren ein. "Viel mehr stärken" solle man dagegen Maßnahmen wie das Ticket für Azubis, das umgerechnet einen Euro pro Tag koste. Offene Türen rannten Bergstedt und Co. beim Linken-Vertreter ein, der die Nulltarif-Forderung kurz und knapp mit "Logo" beantwortete.

Einig war man sich beim Thema autofreie City. Heimbach: "Wir wollen dort keinen Parksuchverkehr haben. Die Leute aus dem Umland glauben immer noch, sie könnten direkt vors Geschäft fahren." (Foto: Schepp)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare