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Gericht verhängt drei Jahre Haft für Drogendealerin: Angeklagte bricht bei Urteil zusammen

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Von: Barbara Czernek

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Weil sie 20 Kilogramm Drogen schmuggelt, wird eine Frau verhaftet und am Landgericht Gießen verurteilt. (Symbolbild)
Weil sie zweimal 20 Kilogramm Drogen schmuggelt, wird eine Frau verhaftet und am Landgericht Gießen verurteilt. (Symbolbild) © Matt Masin / dpa

Eine junge Mutter schmuggelt 40 Kilogramm Marihuana und wird verhaftet. Als das Urteil vor dem Landgericht in Gießen fällt, ist die Frau schockiert.

Gießen/Pohlheim – Mit diesem Urteil hatte Cristina T. nicht gerechnet. Die fünfte Strafkammer am Landgericht Gießen verurteilte die 38 Jahre alte Spanierin zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Nach ihrer Verhaftung in Sevilla hatte sie offen zugegeben, zweimal 20 Kilogramm Marihuana auf Bitten eines Bekannten beschafft und die Einfuhr des Stoffes nach Deutschland organisiert zu haben.

Die Angeklagte war geständig, der Tatbestand für alle unstrittig. Doch aufgrund der großen Drogenmenge kam für die Kammer keine Bewährungsstrafe in Betracht.

Sämtliche strafmildernde Umstände habe das Gericht berücksichtigt, betonte die Vorsitzende Richterin Regine Enders-Kunze bei der Urteilsverkündung. Die junge Mutter sackte beim Urteilsspruch zusammen. In ihrem Schlusswort hatte sie um Milde gebeten und versichert, dass sie ihre Lektion gelernt habe.

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Im Prozess ging es um zwei Lieferungen von insgesamt 40 Kilogramm Marihuana, die 2018 aus Sevilla zu einem Umschlagplatz bei Pohlheim gebracht wurden. Von dort aus wurden sie weiterverkauft. Die Angeklagte hatte das Geschäft vor Ort in Spanien organisiert.

Vor Gericht betonte sie, sie habe zwar gewusst, wie ein solcher Handel ablaufen würde, bis zu jenen Taten habe sie sich aber immer davon ferngehalten. Sie sei in einem Viertel aufgewachsen, in dem der Handel mit Drogen üblich sei. Als ein deutscher Bekannter sie im Februar 2018 fragte, ob sie ihm bei der Beschaffung der Drogen helfen könne, habe sie den ersten Deal organisiert. Der Stoff, der zu einem Gartengrundstück in Pohlheim transportiert wurde, hatte eine hohe Qualität und ist laut Aussage dieses Bekannten, der mittlerweile rechtskräftig dafür verurteilt wurde, innerhalb von zwei Stunden verkauft worden.

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Im Oktober 2018 wandte sich der Mann erneut an T., die dann weitere 20 Kilogramm beschaffte. Doch dieses Mal war das Marihuana miserabel, man geriet in Streit. Im Zuge der Ermittlungen zum zweiten Verkauf stießen deutsche Beamte auf die Spanierin, die daraufhin verhört und nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Ihre Verteidigerin Ana-Llanos Rodriguez hatte zwei Jahre auf Bewährung gefordert, da T. von Anfang an sehr kooperativ gewesen sei und zudem alle Taten zugegeben hatte. Auch Staatsanwältin Nathalie Dohmen rechnete der Frau die Zusammenarbeit und sämtliche mildernde Umstände hoch an, forderte in ihrem Plädoyer jedoch eine Haftstrafe von drei Jahren und elf Monaten. Das Gericht blieb nun etwas darunter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Barbara Czernek)

Erst kürzlich hatten Polizisten einen Mann im Kreis Gießen angehalten, der offenbar unter Drogeneinfluss stand, und versuchte, die Beamten auszutricksen.

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