Die Lonystraße wird als Fahrradstraße markiert. FOTO: KW
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Die Lonystraße wird als Fahrradstraße markiert. FOTO: KW

Das Rad dreht sich weiter

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Für Fahrradfahrer gab es dieses Jahr mehrere gute Nachrichten. Allen voran: die Einweihung der ersten Fahrradstraßen in Gießen. Aber auch Corona hat dem Rad 2020 zu frischem Fahrtwind verholfen.

Nach zehn Jahren Diskussion war es Mitte Juni so weit: Die Goethestraße wurde zusammen mit der Löber- und Lonystraße zu Fahrradstraßen. Zwar dürfen Nicht-Anlieger weiterhin mit dem Auto durchfahren, aber Radler können jetzt nebeneinander fahren, und es gibt neue Markierungen in diesen Straßen.

Eine zweite große Veränderung dieses Jahr: Im Dezember bekam die Grünberger Straße stadteinwärts ab dem Brennofen einen Fahrradstreifen. Dafür wurde eine Autospur geopfert. Damit man aus der Löberstraße den Berliner Platz sicher in Richtung Roonstraße überqueren kann, wurde eine Querungsinsel gebaut.

Im Juni wurde in der oberen Frankfurter Straße die Radweg-Lücke zwischen Kleinlinden und Schubertstraße stadteinwärts geschlossen. Auch dabei fiel eine Autospur weg.

Corona als Fahrrad-Motor

Überraschend: Corona sorgte für einen Boom bei Fahrradhändlern. Nach dem ersten Lockdown berichteten sie im Mai, dass sie von Reparaturaufträgen und Käufern geradezu überrollt wurden. Dem Trend zum Rad schloss sich das Ordnungsamt an; Im August schwang sich am Berliner Platz die erste Fahrradstreife auf E-Bikes. Auch beim Stadtradeln gab es ein erfreuliches Ergebnis. Mit 427 797 Kilometern in 21 Tagen stellten Gießens Fahrradfahrer einen neuen Rekord auf. Jan Fleischhauer vom ADFC Gießen freute sich, dass die Stadt lange zugesagte Projekte umgesetzt habe, doch er mahnt auch: "Für das Erreichen der Klimaneutralität in 14 Jahren reicht das Tempo der Umsetzung bei Weitem noch nicht aus."

Verkehrsdezernent Peter Neidel kündigt für 2021 weitere Verbesserungen für den Radverkehr an. Zum einen soll die Dammstraße zur Fahrradstraße werden. "Um die Achse durch die Innenstadt noch sicherer zu machen." Am Bahnhof soll eine große Fahrradabstellanlage mit Fahrradboxen entstehen. Und der grüne Rechtsabbiegerpfeil für Radfahrer werde erstmals in Gießen an einigen Kreuzungen installiert. Neidel sagt: "Mit diesen Maßnahmen soll der Radverkehr gefördert und ein gutes Miteinander aller Verkehrsarten erreicht werden." Kontrovers diskutiert wird über eine Radspur am Anlagenring.

Es gab auch mehrere "Critical Mass" Fahrrad-Demos, etwa im September. Dabei wurde einem Radfahrer gedacht, der nach einem Unfall in der Ludwigstraße starb. Ein weißes Geisterfahrrad an der Unglücksstelle erinnert an ihn.

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