Wort zum Sonntag

Dranbleiben!

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Die kleine Tochter ist krank. Die junge Mutter weiß, sie braucht keine medizinische, sondern geistliche Hilfe. Ein böser Geist beherrscht die Kleine. Der macht sie krank. So was gibt es. Leider. Die junge Frau geht zu Jesus, dem Wunderheiler. Sie fasst sich ein Herz und bittet ihn, ihre Tochter zu retten. Das ist mutig. Denn sie ist Griechin. Sie gehört einfach nicht dazu. Sie weiß, dass sie kein Recht hat, von Jesus etwas zu erbitten.

Kann man nachvollziehen: Viele Menschen haben das Gefühl, nicht berechtigt zu sein, von Gott etwas zu erwarten. Sie fühlen sich vielleicht nicht religiös genug, nicht kirchlich oder zu schlecht… so in etwa. Zum Glück denkt Gott anders als wir.

Die junge Mutter geht aufs Ganze. Sie erkennt die Autorität von Jesus an, genauso wie ihre Unwürdigkeit. Ihr Kopf sagt: "Geh heim!" Ihr Herz sagt: "Bleib dran!" So glaubt sie weiter, dass Jesus ihrer Tochter helfen kann.

Wenn in mir ein Kampf zwischen Kopf und Herz tobt, dann hoffe ich, der Glaube gewinnt. Wir brauchen so sehr Menschen, die am Glauben festhalten. Weil nicht alles menschlich machbar ist. Weil wir viele Dinge nicht im Griff haben. Weil wir trotz medizinischem Fortschritt mehr brauchen als nur Medizin. Halt z. B., Geborgenheit, Hoffnung, spürbare Liebe und Wertschätzung. Das können uns andere Menschen geben. Aber vor allem will uns das Gott geben. Er hat seine Liebe zu uns auch in der Pandemie nicht aufgegeben.

Die Frau gibt Jesus Recht. "Ja", sagt sie, "aber selbst wenn ich nur die Brocken unter dem Tisch von dir bekäme, würde das meine Tochter retten". Das ist echter Glaube: Gott Recht geben und ihm die Hilfe zutrauen! Weil sie so demütig glaubt, rettet Jesus die Tochter. Nachzulesen im Neuen Testament, Markusevangelium, Kapitel 7, ab Vers 24. Bleiben Sie hoffnungsvoll dran!

Gemeinschaftspastor Martin Schlue, Ev. Stadtmission Gießen

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