AM RANDE DER SITZUNG NOTIERT

Dramatischer Schlussakkord

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Was für ein dramatischer Schlussakkord der letzten Stadtverordnetensitzung der Wahlperiode. Am Ende kam es wirklich auf jede Stimme an. Dabei hatten Beobachter im Vorfeld scherzhaft vermutet, dass kaum jemand kommt. Weil die einen (SPD) wegen des Verkehrsversuchs auf dem Anlagenring kalte Füße bekommen und von den anderen (CDU) welche zu Hause bleiben, damit ihnen der vermeintliche Wahlkampfschlager »Vier Spuren für ein Hallelulja« nicht abhanden kommt.

Es kam anders: Bis auf den SPD-Stadtverordneten und Radspur-Abweichler Andreas Walldorf stimmten tatsächlich 58 von 59 namentlich für oder gegen den Verkehrsversuch.

Wie sich diese Entscheidung in den Tagen zuvor hochgeschaukelt hatte, zeigte auch der bislang einmalige Vorgang, dass es bei der FDP und SPD kurzfristig zwei Mandatsniederlegungen von am Donnerstagabend verhinderten Stadtverordneten gab, deren Nachrücker in die Kongresshalle beordert wurden. Für Martin Preiß sprang bei der FDP Dow Aviv ein, für Oliver Persch, der auf der Dienstrückfahrt vom Bodensee im Stau stand, SPD-Urgestein Alfons Buchholz. Auch vorerkrankte und ältere Parlamentarier, die den Sitzungen seit dem vergangenen April ferngeblieben waren, erschienen, um ihr Votum zumindest zu diesem Tagesordnungspunkt abzugeben. Für diesen einen Abend schien Corona auch angesichts einer Vielzahl intensiv geführter Gruppengespräche vergessen. Ob’s das wert war - für einen Beschluss, der nach der Wahl im wahrtsten Sinne des Wortes unter die Räder der Regierungsneubildung geraten könnte? Hauptsache, alle bleiben gesund. (mö)

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