Chefin rudert zurück

Douglas nur noch mit Abholstation

  • Burkhard Möller
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Gießen(mö). "Douglas-Chefin rebelliert gegen Merkel", lautete gestern Morgen die Schlagzeile auf der Titelseite der gedruckten Bild-Zeitung. Die Rebellion indes war zu diesem Zeitpunkt schon abgeblasen. Nach einem Shitstorm in den sozialen Medien und harscher Kritik der Gewerkschaften war Douglas-Chefin Tina Müller am Morgen bei Twitter zurückgerudert und kündigte die Schließung der am Mittwoch noch geöffneten Filialen der Parfümerie-Kette an.

Mit dem Kniff, die Parfümerien in Drogerien umzuflaggen, die auch im Lockdown offen bleiben dürfen, hatte das Unternehmen im Laufe des Mittwoch bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch die Filiale im Seltersweg hatte geöffnet. Auf Anfrage erklärte Douglas den rechtlichen Hintergrund und verteidigte die Ladenöffnung gegen Kritik der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die von einem "anrüchigen" Manöver sprach.

Gewerbe- und ordnungsrechtlich wäre die Öffnung wohl kaum zu beanstanden gewesen, aber das Unternehmen fürchtete wohl einen nachhaltigen Imageschaden.

Ganz geschlossen war die Gießener Filiale am Donnerstag übrigens nicht. Am Eingang war eine Abholstation aufgebaut. Diese Form des Einkaufs im stationären Einzelhandel wird von der hessischen Corona-Verordnung ausdrücklich gedeckt.

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