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Allendorf feiert 2024 sein 1250-jähriges Bestehen.

Dorfjubiläum und Schulerweiterung

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Gießen-Allendorf (khn). Die Allendorfer sagen gerne, dass sie in Gießens schönstem Stadtteil wohnen. Ob da die Rödgener oder die Kleinlindener zustimmen? Klar ist jedoch, dass das eigentlich beratende Gremium in Allendorf besonders munter ist und den Drang zum Gestalten hat. »Wir sind ein Initiativ-Gremium, in dem Ideen entwickelt und an die Stadt weiter gegeben werden.

Wir sind kein Reaktions-Ortsbeirat, der nur darauf wartet, dass die Stadt etwas macht, und dann den Vorschlägen dann nur kritisch begegnet«, sagt Ortsvorsteher Thomas Euler, der seit 24 Jahren das ehrenamtliche Amt lebt.

Verkehrslenkung und Wildblumen

Dabei seien ideologisch geprägte Debatten und Kampfabstimmungen eine Seltenheit, betont Euler. »Meistens fassten wir einstimmige Beschlüsse, wobei vorgelegte Initiativen in der Diskussion durch Änderungsanträge oder Vorschläge noch verbessert und dann von allen mitgetragen wurden«, sagt Euler.

Er vergisst dabei aber nicht die Diskussion um das Projekt »Quartierbezogenes Wohnen in Allendorf/Lahn ohne Barrieren« im Kleefeld. Die Schärfe ist mittlerweile einem leisen Grummeln bei den Gegnern gewichen. Euler hat ihnen nach seiner Wiederwahl erneut die Hand gereicht. Für die kommende Legislaturperiode steht der Allendorfer Ortsbeirat vor einigen Herausforderungen. So steht im Jahr 2024 das 1250-jährige Jubiläum des Dorfes an. Frühzeitig, betont Euler, müssten die Vorbereitungen anlaufen, um eine Festschrift und eine würdige Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Ein wichtiges Thema ist die dringend benötigte Erweiterung der Grundschule und des dortigen Betreuungsangebots. Hinzu kommt der geplante Kauf des ehemaligen Pfarrhauses durch die Stadt; dort soll eine integrative Kindertagesstätte neu gebaut werden.

Fertiggestellt wird in dieser Zeit das Projekt »Quartierbezogenes Wohnen« sowie weitere Einfamilienhäusern im Neubaugebiet. Dem Ortsbeirat sei die Integration der Neubürgerinnen und -bürger sehr wichtig, betont der Ortsvorsteher.

Ein immer wieder im Ortsbeirat auftauchendes Thema ist die Verkehrssituation im Stadtteil. Diesen vernünftig zu lenken, werde eine wichtige Aufgabe sein, betonte Euler. Gleichzeitig müsse der öffentliche Personennahverkehr sichergestellt werden. Allendorf profitiert von der Anbindung durch die Linie 1; es gibt jedoch auch Kritik gerade von Anwohnern der Untergasse und der Hüttenbergstraße. Eine Herzensangelegenheit ist für Euler außerdem die Anlage einer Wildblumenwiese als Bienenweide auf dem eingezäunten Bereich des Allendorfer Aussichtsgipfels.

Ladestationen und Photovoltaik

Wenn Euler die Zusammenarbeit mit der Stadt Gießen einschätzen soll, sagt er: »Die meisten Ortsbeiratsbeschlüsse sind durch die Stadt umgesetzt oder zumindest beantwortet worden, einige weitreichende und nachhaltige Initiativen des Ortsbeirates aber gingen leider auch in der städtischen Bürokratie unter.« Das sorge ein Stück weit für Frustration, betont er. Der Ortsvorsteher nennt in diesem Zusammenhang Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden wie der Sport- und Kulturhalle, dezentrale Ladestellen für Elektroautos, die Aufforstungsinitiative für die Allendorfer Gemarkung sowie die beschlossene Wildblumenwiese auf dem Allendorfer Aussichtsgipfel

Das ehrenamtliche Gremium wird sich davon aber wohl nicht in seinem Drang bremsen lassen. Euler betont: »Im Kleinen müssen wir anfangen um große Ziele zu erreichen.«

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