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Das Foto verdeutlicht, warum eine Ausdehnung der Sporthalle nur nach oben möglich ist. Eine Erweiterung in die Breite kommt wegen des geringen Abstands zu den Schulgebäuden nicht infrage.

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Gießen: Lio-Turnhalle vor dem Abriss

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56 Jahre nach der Eröffnung der traditionsreichen Doppelturnhalle stehen die Zeichen auf Abriss.

Gießen (pd). Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern von Stadt, Liebigschule und einem Münchener Ingenieurbüro. Die Experten des Büros haben in den vergangenen Wochen ein mehr als 100 Seiten starkes Gutachten erstellt, in dem vier Alternativen auf den Prüfstand gestellt wurden. Wegen des maroden Zustands des Daches sei eine reine Dachsanierung oder die Ausbesserung der Gesamtkonstruktion nicht zu empfehlen, berichten Stadträtin Astrid Eibelshäuser und Dirk Hölscher als Leiter der Liebigschule. In Betracht komme eine Gesamtsanierung der Halle, vierte Möglichkeit ist der Abriss der Sporthalle und ein anschließender Wiederaufbau. Bei einem Neubau wäre es sinnvoll, mehr Fläche für den Sportunterricht an der Schule zu schaffen", schlägt Hölscher vor. "Wir haben aber schon jetzt zu wenig Platz", verweist der Direktor auf den Status der Lio als Schulsport- und Talentzentrum. Dass das Gymnasium einen erhöhten Raumbedarf für den Sportunterricht hat, bestätigt auch die Schuldezernentin. "Vieles spricht dafür, eine Variante zu wählen, mit der es gelingen kann, mehr Flächen für den Sportunterricht zu gewinnen, sagt Eibelshäuser. Dazugehöre aber auch die Abwägung, welche Lösung zu welchen Kosten zu haben sei. Wegen der räumlichen Enge am Standort komme eine Ausdehnung der Halle nur nach oben infrage. Ein doppelstöckiger Bau müsse aber baurechtliche Vorschriften erfüllen und genehmigungsfähig sein. "Über all das entscheidet am Ende die Stadtverordnetenversammlung." Ziel der beteiligten Ämter sei es, noch in diesem Jahr die Voraussetzungen zu schaffen, damit eine Grundsatzentscheidung getroffen werden kann, erklärt Eibelshäuser.

Hölscher räumt ein, dass alle Beteiligten hier vor einer schwierigen Aufgabe stehen. "Es gibt keine einfache und schnelle Lösung. Das Ganze wird Jahre dauern." Der Direktor sieht in einem möglichen Neubau "die Chance für uns, eine Sportstätte zu erhalten, die die Liebigschule zukunftsfähig macht".

Ein weiteres Gesprächsergebnis: Der Sportunterricht der Lio kann im neuen Schuljahr komplett abgedeckt werden. Die Schule wird unter anderem die Sporthallen von Albert-Schweitzer-, Theodor-Litt-, Herder- und Pestalozzischule nutzen, denkt aber auch über Lösungen nach, die in Containerbauweise "kurzfristig zu errichten sind".

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