Doppelpass-Finanzspritze für "German Angst"

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Gießen (pm/gl). Die Kulturstiftung des Bundes hat im ersten Halbjahr 2019 die Förderung von drei neuen Projekten in Hessen bewilligt. Dafür stellt sie insgesamt 608 000 Euro bereit. 240 000 Euro aus dem Fonds "Doppelpass" bekommt das gemeinsame Projekt "House of German Angst" der Performancegruppe Skart mit dem Stadttheater Gießen und dem Theater Münster. Premiere wird im September in der taT-Studiobühne sein.

Mit dem Fonds "Doppelpass" unterstützt die Kulturstiftung des Bundes Kooperationen zwischen einer freien Gruppe und zwei Theaterhäusern. Ziel ist es, die freie Szene und Theaterinstitutionen in Deutschland zum Erproben neuer, tourfähiger Formen der Zusammenarbeit und künstlerischen Produktion anzuregen. Die Förderung will Künstler beider Seiten den nötigen Freiraum eröffnen, um ihre Strukturen und Arbeitsweisen produktiv zu verbinden.

Die Performance-Gruppe Skart (Schröppel Karau Art Repetition Technologies) hat sich 2014 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU gegründet und verwirklicht multimediale, von bildender Kunst ebenso wie von elektronischer Musik geprägte Theaterprojekte. Die Performancegruppe besteht im Kern aus Philipp Karau und Mark Schröppel.

"House of German Angst" ist eine begehbare Theaterinstallation, ein performativ bespieltes Archiv deutscher Ängste. Es ist eine radikale Bestandaufnahme von Angstbildern - von gesellschaftlichen Großängsten bis hin zu einer individuellen Sorge. Angst ist überall zu finden, wo eine Ordnung ins Wanken gerät, Menschen um ihren materiellen Status Quo bangen, um ihre Vorstellung von einer stabilen Welt. Inspiriert von den Mitteln des Horrorfilms entsteht ein Zerrspiegel der Angst-Hysterie, um die Übertreibung auf die nervenaufreibende Spitze zu treiben. Dafür werden zwei uralte performative Angst-Formate neu interpretiert - das Gruselkabinett und das Austreibungsritual.

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