Am UKGM hat sich die Lage mit Blick auf die Lagerung von Corona-Toten entspannt. 	FOTO: EP
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Am UKGM hat sich die Lage mit Blick auf die Lagerung von Corona-Toten entspannt. FOTO: EP

Maßnahmen getroffen

Trotz „erhöhtem Leichenaufkommen“: Gießener Klinikum verzichtet auf zusätzliche Kühlkapazitäten

  • Christoph Hoffmann
    vonChristoph Hoffmann
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Das UKGM verzichtet auf die Anschaffung zur Lagerung von Corona-Toten - aus guten Gründen. Im Krematorium bleibt die Lage angespannt.

Gießen – Die Lage schien prekär: Drei Tage vor Weihnachten verschickte die Pathologie des Uniklinikums ein Schreiben an Bestatter verbunden mit der Bitte, an bzw. mit Covid-19 verstorbene Patienten schnellstmöglich abzuholen, da die Kapazitäten knapp würden. Besonders der Blick auf das anstehende Weihnachtsfest bereitete den Pathologen Sorge. Gleichzeitig bestätigte Frank Steibli, Pressesprecher des UKGM, dass die Klinik zusätzliche Kühlkapazitäten anschaffen wolle. Doch von diesem Vorhaben sind die Verantwortlichen nun abgerückt.

»Durch einen Notdienst über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage und einer sehr guten Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Bestattern in der Stadt Gießen und dem Landkreis Gießen ist es der Pathologie des Universitätsklinikums Gießen ohne Probleme gelungen, eine ausreichende und qualitätsgesicherte Kühlung und Abholung beziehungsweise Übergabe der an COVID-19 Verstorbenen an die Bestatter zu gewährleisten«, teilt Steibli auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Krematorium in Gießen: Lage durch Corona-Tote weiter angespannt

Demnach hätten die Qualitätsstandards im Umgang mit Verstorbenen »trotz des erhöhten Leichenaufkommens« vollumfänglich eingehalten werden konnten. Zur Zahl der Verstorbenen will sich die Klinik nicht äußern, sagt Steibli und betont: »Derzeit gibt es aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den Bestattern keinen Anlass, zusätzliche Kühlkapazitäten zu beschaffen.«

Und am Krematorium, das die Stadtwerke am Neuen Friedhof betreiben? Wie berichtet, konnten dort unter anderem keine Särge angenommen werden, die zur Lagerung bestimmt sind. Stadtwerke-Pressesprecher Matthias Acker sprach vor Weihnachten von einer »angespannten Situation«, weshalb der Betrieb auch über die Feiertage aufrecht gehalten werden müsse, um einen Rückstau zu verhindern.

Gießen: Krematorium arbeitet im Zweischichtbetrieb

Nun sagt Pressesprecherin Ina Weller: »Eine deutliche Entspannung ist bei uns noch nicht zu verzeichnen, deshalb werden wir auch weiterhin unsere zusätzlichen Maßnahmen, wie zum Beispiel den Zweischichtbetrieb, aufrechterhalten, damit unsere Dienstleistung im Sinne der Verstorbenen und deren Angehörigen wie gewohnt geleistet werden kann.« (chh)

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