Im Uferweg feierte die DLRG am Freitag Richtfest für das neue Vereinsdomizil. FOTO: SCHEPP
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Im Uferweg feierte die DLRG am Freitag Richtfest für das neue Vereinsdomizil. FOTO: SCHEPP

Rohbau steht

DLRG in Gießen feiert Richtfest an der Lahn

  • vonOliver Schepp
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Die schiffsartige Architektur ist bereits sichtbar: Die DLRG Gießen hat Richtfest für ihren Neubau gefeiert. Das alte Gebäude war abgebrannt.

Gießen(mö). Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ist es gewohnt, sich auf und in fließenden und stehenden Gewässern zu bewegen. Am Freitag indes kamen die Wassermassen, mit denen es die Mitglieder der Gießener DLRG zu tun hatten, von oben. Zwischen zwei heftigen Wolkenbrüchen vollzogen die Lebensretter zügig die Richtfest-Zeremonie für das neue Vereinsheim am Uferweg. "In einem Dreivierteljahr sehen wir uns bei der Einweihung wieder", rief Vorsitzender Alexander Sack vom Dach den Mitgliedern, den Mitarbeitern der bauausführenden Firmen und den Vertreterinnen der kreditgebenden Volksbank Wißmar zu.

Nach der Grundsteinlegung Ende Februar, an der Ministerpräsident Volker Bouffier, Landrätin Anita Schneider und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz teilgenommen hatten, wurde der nächste Schritt im kleinen Kreis vollzogen.

In den letzten Monaten ist die schiffsartige Architektur sichtbar geworden. Große Bullaugen und ein halbrunder Aufbau, in dem die Gastronomie unterkommen wird, prägen das Bild. "Es ist auch in den Monaten der Corona-Pandemie kontinuierlich weitergerarbeitet worden", blickte DLRG-Sprecher Christian Momberger zurück.

An der Raumaufteilung wird sich im Grunde wenig ändern. Wie bereits im alten Vereinsheim, das im Januar 2017 ein Raub der Flammen wurde, erstrecken sich im mittleren Geschoss die Räume des Restaurants Richtung Sachsenhäuser Brücke und die des Tanzsportvereins TC Rot-Weiß Richtung Lahnwehr. Im Keller und im Dachgeschoss sind sich die Räume der DLRG, zudem befindet sich ganz oben die größere von zwei Außenterrassen des Restaurants, von denen aus man den Blick auf den Fluss, die Sachsenhäuser Brücke und den Mühlengarten genießen kann. Ein Aufzug sorgt vom Keller bis zum Dach für für Barrierefreiheit.

Wenn es im Frühjahr bezugsfertig sein wird, wird der Verein einen stressigen und langen Weg zur Wiederauferstehung seines Heims zurückgelegt haben. Die Verhandlungen mit der Versicherung, der Rechtsstreit mit dem früheren Gastronomiepächter und die Finanzierung des Neubaus kosteten Zeit und Nerven. 3,25 Millionen Euro wird das Objekt kosten, wobei die DLRG den Löwenanteil selbst stemmt. 370 000 Euro steuern das Land, die Stadt und der DLRG-Bundesverband bei.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen werden die ehrenamtlichen Lebensretter drei Kreuze machen, wenn im April oder Mai Einzug gehalten werden kann. Dass sie dann wohl einige Monate später dran sein werden als das neue "Knossos" auf der anderen Seite der Sachsenhäuser Brücke, wird die DLRG verschmerzen. Klar ist jedenfalls: Auf der Westseite der Lahnwird weiter griechisch gesprochen und geschmaust.

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