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Disco-Türsteher soll Gast verprügelt haben

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Gießen (hin). Er sei von einem Türsteher geschlagen worden, und zwar von jenem, der als Angeklagter im Gerichtssaal saß, was der Türsteher allerdings bestritt. So stand Aussage gegen Aussage bei einer Verhandlung vor einem Strafrichter des Amtsgerichts am Freitagvormittag.

Angeklagt war der 41-jährige Aygün M. Er hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt. Tattag war der 18. Dezember 2011. Tatort war eine Diskothek im Bantzerweg. Das Opfer, ein 43-jähriger Mann, wurde von Mitarbeitern der »Gießener Hilfe« in den Gerichtssaal begleitet.

Gegen 1 Uhr morgens wollte der 43-jährige Gast die Diskothek verlassen, um kurz frische Luft zu schnappen. Beim Verlassen der Diskothek allerdings müssen alle Gäste ihren Verzehrbon abrechnen oder, falls sie nichts verzehrt haben, einen Mindestbetrag entrichten. Das aber sah der 43-Jährige nicht ein. Es entspann sich ein Wortwechsel, in dessen Verlauf einer der Türsteher den Gast ins Gesicht geschlagen haben soll. Die Verletzungen des Mannes – eine Prellung und eine blutende Nase – sind offenbar unbestritten. Aygün M. allerdings bestritt, den Gast auch nur berührt zu haben, wie er über seinen Anwalt erklären ließ.

Ein Zeuge – ebenfalls Gast in der Diskothek, gleichzeitig aber jemand, der in Stoßzeiten kassiert – berichtete von einem Stau im Eingangsbereich. Es sei halt die Rush hour gewesen, erklärte der Zeuge. Den Angeklagten kenne er »vom Sehen«. Ob er, wenn es denn einen Schlag gegeben habe, dies hätte bemerken müssen, wisse er nicht. Er habe jedenfalls keinen Schlag gesehen und er könne auch nicht sagen, wer die anderen Türsteher gewesen seien. Ein ebenfalls gehörter Zeuge, der einmal pro Woche als Kassierer in der Diskothek arbeitet und am Tattag dort tätig war, konnte keinen der Türsteher benennen. Er könne auch nicht sagen, ob es Deutsche oder Türken seien, zumeist wohl Türken. Den Angeklagten kenne er flüchtig. Von einem etwaigen Schlag habe er nichts mitbekommen. Zu Beginn seiner Aussage musste der Zeuge zunächst richtigstellen, dass er nicht der Eigentümer des Lokals, sondern lediglich ein dort Beschäftigter sei. Als regelrecht empörend fand er die Frage, ob er manchmal eine Perücke trage. Die Frage hatte einen Grund.

Das Opfer hatte nämlich behauptet, den Disput an der Kasse mit einer weiblichen Bediensteten gehabt zu haben und er blieb auch dabei: »Es war eine Frau!« Das Verfahren konnte am Freitag noch nicht beendet werden, weil weitere Zeugen gehört werden sollen. So sollen auch die »aus nicht nachvollziehbaren Gründen namentlich nicht erfassten« Türsteher noch ermittelt werden. Die Verhandlung wird voraussichtlich am 3. Juli fortgesetzt.

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