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Digitales Fenster zur Außenwelt

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Bewohnerin Susamma Müller und Betreuer Ralf Müller schauen zusammen »Qwiek-up«. © Emanuel Zylla

Gießen (zy). »Qwiek-up« heißt das neue Bespaßungs- und Entspannungsangebot, das nun regelmäßig in den Zimmern von bettlägerigen oder dementen Bewohnern vom Caritashaus Maria Frieden zum Einsatz kommt. Gespendet haben den schwenkbaren Beamer auf Rollen die Volksbank Mittelhessen und die Stern-Apotheke in Gießen. Peter Hanker, Vorstandssprecher des Geldhauses, sowie Delia Catalina, Inhaberin der Apotheke, übergaben den symbolischen Scheck über 6500 Euro.

Die wurden bereits investiert: Caritas-Direktorin Eva Hofmann und der Leiter der Pflegeeinrichtung, Andreas Fölsing, gaben eine Vorführung des Multimediasystems für pflegebedürftige Menschen.

Der »Qwiek-up« kann Videos und Bilder an eine Wand werfen und unterscheidet sich damit zunächst noch nicht von einem handelsüblichen Beamer. Für bettlägerige Personen hat das Gerät aus den Niederlanden aber durchaus seine Vorzüge. Durch seine Rollen ist es zum einen sehr mobil. Das Bild lässt sich zudem leicht zur Decke schwenken. Gut für diejenigen also, die sich nicht mehr aufrichten können. »Auch gesunde Menschen kennen das: Im Liegen zum TV schauen kann schnell ungemütlich werden. Wer bettlägerig ist, hat es leichter, wenn das Bild an der Zimmerdecke zu sehen ist«, half Andrea Kipp vom Caritasverband Gießen, beim Nachvollziehen. Was die multimedialen Inhalte betreffen, so kann der »Qwiek-up« auf eine USB-Schnittstelle zurückgreifen. Hier können verschiedene Module des Herstellers, etwa mit Konzerten oder Landschaftsszenen abgespielt werden. Die sind auch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Demenzkranken ausgerichtet. »Eine langsame Bildabfolge ist hier besonders wichtig«, erläuterte Kipp. Angehörige können aber auch USB-Sticks mit Familienaufnahmen abspielen und damit viel Freude schenken. Auch entspannende Musik in Kombination mit beruhigenden Bildern habe einen positiven Effekt auf pflegebedürftige Menschen.

Freudenspender im Ruhestand

Bereits im Vorfeld zur Spendenübergabe konnten die Bewohner des Maria Frieden den Projektor testen. »Weil alle so viel Freude damit hatten und auch der Verband überzeugt von dem Gerät ist, entschieden wir uns zum Kauf«, begründete Fölsing. Seine Einrichtung setze gerne neue Technik ein, sofern sie denn gut ankommt. Doch nicht jede Technologie werde von den Bewohnern auch gerne genutzt, Technik dürfe nicht frustrieren und müsse einfach zu handhaben sein. Die leichte Bedienung des »Qwiek-up« schien da genau richtig zu sein. »Das Gerät ist ein Fenster in eine für bettlägerige Menschen verschlossene Welt«, merkte Mircea Catalina von der Stern-Apotheke an. Er und seine Frau Delia übernahmen gerne die Hälfte der Kosten.

Beim Besuch auf dem Zimmer der demenzkranken Susamma Müller zeigte sich dann sehr anschaulich, wie viel Freude die neue Technik bringt. Die Betreuer Ralf Müller und Natalie Fuss zeigten ihr einige Szenen eines Bergsees. Zwar freute sich Susamma Müller auch über die Gesellschaft, aber beim Blick aus dem »digitalen Fenster« geriet sie immer wieder mit einem Lächeln ins Träumen.

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