Ein Video-Chat mit Namibia. V. l. n. r.: Janina Brendel, Astrid Eibelshäuser, Pandu Panduleni (Laptop), Carmen Stabel-Schläfer, Finnigan Schäfer und Nils Gaidies. FOTO: SEG
+
Ein Video-Chat mit Namibia. V. l. n. r.: Janina Brendel, Astrid Eibelshäuser, Pandu Panduleni (Laptop), Carmen Stabel-Schläfer, Finnigan Schäfer und Nils Gaidies. FOTO: SEG

Digitaler Schüleraustausch

  • vonSebastian Schmidt
    schließen

Gießen(seg). Schüler der Ricarda-Huch-Schule und der Gesamtschule Ost reden über das Internet mit Schülern aus Namibia und Ecuador. Organisiert wird der Austausch in Gießen von der Koordinationsstelle kommunale Entwicklungspolitik. "Die Schüler sollen die unterschiedlichen Lebensweisen in Namibia und Ecuador kennenlernen", sagt Koordinatorin Janina Brendel.

Sie sollen aber auch verstehen, dass sie alle in einer gemeinsamen Welt leben. "Was wir hier machen, hat Auswirkungen in den anderen Ländern, und was dort passiert, hat Konsequenzen bei uns." Deswegen sollen sich die Schüler über die UN-Nachhaltigkeitsziele unterhalten. Zum Beispiel den Klimaschutz oder die Bekämpfung von Armut.

An dem Austausch nehmen 52 Schüler aus Gießen teil, alle aus der 13 . Klasse. "Und das freiwillig", sagt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser und lacht. Carmen Stabel-Schläfer, Lehrerin an der Gesamtschule Ost, erklärt: "Für viele ist der Austausch auch ein kleiner Ersatz für ein Auslandspraktikum." Die können wegen Corona nicht stattfinden. Der Austausch geht von September bis Juni nächsten Jahres und die Schüler treffen sich einmal im Monat für zwei Stunden.

Chaotisches erstes Treffen

Für die Treffen haben sich die Schüler in Kleingruppen von sieben Teilnehmern aufgeteilt. Die Gruppen haben dann 10 Minuten Zeit gehabt, um sich zu unterhalten. "Am Anfang ist die Video-Konferenz sehr chaotisch gewesen", sagt Schüler Finnigan Schäfer. Es hat die Standardprobleme von Video-Chats gegeben: Nicht jeder hat sein Mikrofon stumm oder die Kamera angeschaltet. "Aber die Internetverbindung in Namibia ist auch nicht so gut wie hier." Schäfer hat es auch als schwierig empfunden, miteinander ins Gespräch zu kommen. Worüber soll man reden? "Bei anderen Gruppen hat es aber gut geklappt." Für das zweite Treffen haben sie sich Fragen und Gesprächsthemen überlegt. Das sei besser gelaufen, sagt Schäfer.

Klassenkamerad Nils Gaidies erzählt, dass sie über das Leben unter Corona geredet haben. "In Namibia müssen viele Schüler zu Fuß zur Schule gehen. Und unter der Hitze kollabieren dann welche, weil sie eine Maske tragen." Es habe auch nicht jeder eine eigene Toilette. Da sei Hygiene schwierig.

In Namibia wird der Austausch vom Institut für Demokratie organisiert. Projektleiter Pandu Panduleni sagt auf Englisch: "Für viele ist es das erste Mal, dass sie mit jemandem aus dem Ausland reden." Es mache den Schülern Spaß, etwas über die deutsche Kultur zu erfahren. Neben den Unterschieden lernen die Jugendlichen auch Gemeinsamkeiten kennen. Zum Beispiel wie es ist, erwachsen zu werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare