In der Corona-Pandemie wird das digitale Lernen noch wichtiger. Die Stadt bietet spezielle Lernräume in den Stadtteilzentren an. FOTO: SCHEPP
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In der Corona-Pandemie wird das digitale Lernen noch wichtiger. Die Stadt bietet spezielle Lernräume in den Stadtteilzentren an. FOTO: SCHEPP

Folge von Corona

Digitale Schulen in Gießener Stadtteilzentren enstanden

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Geschlossene Schulen und digitales Lernen benachteiligen Kinder aus benachteiligten Familien zusätzlich. Das war eine Erkenntnis des ersten Lockdowns im Frühjahr. Damit diese Kinder in der Coronazeit schulisch am Ball bleiben können, sind in Stadtteilzentren und Jugendzentren kleine "digitale Lernräume" aufgebaut worden.

Nicht nur die Kinder und Lehrer lernen in der Corona-Pandemie täglich dazu, sondern auch eine Politikerin wie Stadträtin Astrid Eibelshäuser. "Das ist heute meine erste digitale Pressekonferenz", eröffnete die Schuldezernentin am Freitag ein Pressegespräch in größerer Video-Runde. Das Format passte zum Thema, denn das städtische Schulverwaltungsverwaltungsamt und die Träger der Gemeinwesenarbeit in den ehedem "sozialen Brennpunkten" haben eine wichtige Lehre aus dem ersten Lockdown im Frühjahr gezogen. An sieben Standorten im Stadtgebiet wurden "digitale Lernräume" eingerichtet, damit die Kinder aus den Stadtteilen, die gerade keinen Präsenzunterricht haben, beschult werden können. "Das ist ein sehr, sehr wichtiges Antgebot", sagte Schulamtsleiterin Uta Hinkelbein.

Sieben Standorte im Stadtgebiet

Das Angebot, das in Zusammenarbeit mit den Schulen von der Gießen@Gießen gGmbH koordiniert wird, richtet sich an Schüler, die zum Beispiel wegen Schichtunterricht gerade nicht in die Schule gehen können und sich nicht in Quarantäne befinden. Standorte sind die Stadtteilzentren am Eulenkopf, im Wilhelm-Liebknecht-Haus in der Weststadt, der Jugendtreff im Spenerweg, das Jugendhaus Wieseck an der Friedrich-Ebert-Schule, die Räume der Projektgruppe Margartenenhütte, das Nordstadtzentrum und städtische Räume in der Walltorstraße.

Etwa 20 Studierende unterstützen dort die Mitarbeiter der Gemeinwesenarbeit als Honorarkräfte. Je nach Größe der Räume werden zwischen zwei und fünf Kindern vormittags digital beschult. In der Regel geht es um die Abarbeitung von Aufgaben, die sich die Schüler vom Server ihrer Schule herunterladen können. Für den Unterricht gelten die Hygieneschutzbestimmungen der jeweiligen Einrichtung.

Wie Schuldezernentin Eibelshäuser am Montag im Hinblick auf den bevorstehenden zweiten Lockdown ergänzte, sind die Lernräume auch am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche noch geöffnet. "Es sollten dort aber nur ganz dringliche Sachen erledigt werden", sagte die Stadträtin mit Blick auf die Infektionszahlen. Da das Angebot an die Schulöffnung gekoppelt ist, finde in den Weihnachtsferien dort kein Unterricht statt.

Die Stadt unterstützt die "digitalen Lernräume" unter anderem mit denen im Rahmen eines Bundesprogramms angeschafften iPads. "Wir haben mittlerweile 1000 iPads angeschafft, weitere 1000 sind bestellt", sagte Eibelshäuser. Die Hardware löse aber nicht alle Probleme. "Nicht in allen Familien ist der Zugang zum Internet so vorhanden, wie es für das digitale Lernen nötig ist. Und auch nicht alle Eltern können die Kinder dabei unterstützen", fügte Eibelshäuser hinzu.

Wie geht’s im neuen Jahr weiter?

Im Wilhelm-Liebknecht-Haus zum Beispiel ist der digitale Unterricht "sehr gut besucht", berichtete Sabine Jörren vom Schulverwaltungsamt. Die dort tätige Diakonie-Mitarbeiterin Ute Kroll-Naujoks sprach von einer "super Ergänzung" der bereits bestehenden Angebote im Bereich der Schulförderung wie der Hausaufgabenhilfe.

Eibelshäuser geht davon aus, dass die "digitalen Lernräume" noch eine ganze Weile benötigt werden. Eine Ausweitung des Angebots schließt sie daher nicht aus. Ihr Blick richtet sich auf den 5. Januar, wenn die Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin das weitere Vorgehen in der Pamdemie nach dem Ende der Weihnachtsferien (10.1) beraten werden. Dann wird es auch darum gehen. wie es an den Schulen weitergehen soll. "Wir fliegen alle auf Sicht", sagte die SPD-Politikerin.

Ab Mittwoch tritt in Hessen der Lockdown in Kraft. Die Schulen und Kindertagesstätten bleiben im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern noch bis Freitag und damit dem Beginn der Weihnachtsferien geöffnet. Der Besuch des Unterrichts ist freiwillig. Die Schulpflicht ist damit für diese drei Tage ausgesetzt. Mit der Regelung will Hessen berufstätige Eltern unterstützen, die so schnell keine Betreuung für ihre Kinder organisieren können. Es wird aber appelliert, die Kinder, wenn möglich, zu Hause zu lassen. Am Montag wurden Eltern und Schulen in Briefen des Kultusministeriums, die von den staatlichen Schulämtern verschickt wurden, über die Regelungen informiert. An den Grundschulen in Gießen wird die Stadt ihre normalen Betreungsangebote im Rahmen der Schülerbetreuung und des Pakts für den Nachmittag am Mittwoch und Donnerstag anbieten, sagte Stadträtin Astrid Eibelshäuser.

Drei Tage lang keine Schulpflicht

Ab Mittwoch tritt in Hessen der Lockdown in Kraft. Die Schulen und Kindertagesstätten bleiben im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern noch bis Freitag und damit dem Beginn der Weihnachtsferien geöffnet. Der Besuch des Unterrichts ist freiwillig. Die Schulpflicht ist damit für diese drei Tage ausgesetzt. Mit der Regelung will Hessen berufstätige Eltern unterstützen, die so schnell keine Betreuung für ihre Kinder organisieren können. Es wird aber appelliert, die Kinder, wenn möglich, zu Hause zu lassen. Am Montag wurden Eltern und Schulen in Briefen des Kultusministeriums, die von den staatlichen Schulämtern verschickt wurden, über die Regelungen informiert. An den Grundschulen in Gießen wird die Stadt ihre normalen Betreungsangebote im Rahmen der Schülerbetreuung und des Pakts für den Nachmittag am Mittwoch und Donnerstag anbieten, sagte Stadträtin Astrid Eibelshäuser.

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