Diebstähle als Lebensunterhalt

  • Guido Tamme
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Gießen (ta). Seinen Lebensunterhalt und offenbar auch seinen Heroinkonsum hatte Gaga M. im Sommer 2018 finanziert, indem er in Geschäften und aus Frauen-Handtaschen klaute. Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in acht Fällen wurde dem Georgier mit Wohnsitz Italien nun im Amtsgericht der Prozess gemacht.

Das Strafverfahren wurde jedoch nach kurzer Dauer ausgesetzt: Nun soll auf Antrag der Verteidigung ein psychiatrisches Gutachten klären, ob der 34-Jährige damals unter Drogeneinfluss stand und deshalb womöglich vermindert schuldfähig war.

Der verheiratete Vater eines Kindes, der seit August vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, hatte anscheinend gehofft, schon bald freigelassen zu werden. Hatte doch seine Anwältin im Vorgespräch mit der hiesigen Staatsanwaltschaft angeboten, dass ihr Mandant alle Taten einräumt, wodurch auf die Anhörung von 13 Zeugen hätte verzichtet werden können. Die Düsseldorferin hatte deshalb spekuliert, dass eine Bewährungsstrafe in Betracht komme. Dann könne er in seiner Heimat die Methadon-Behandlung seiner Drogensucht fortsetzen, argumentierte die Anwältin.

Doch Staatsanwältin Nathalie Dohmen und auch Gerichtsvorsitzender Dr. Dietrich Clauss Becker sahen angesichts des langen Sündenregisters keine Chance auf besondere Milde. Deshalb wird der Angeklagte vorerst weiter in der Justizvollzugsanstalt Bernau bleiben.

Die Liste der angeklagten Straftaten, die Gaga M. überwiegend mit einem gesondert verfolgten Komplizen verübt hatte, begann am 12. März 2018 in einem Modegeschäft am Gießener Marktplatz. Dort hebelte er während der Öffnungszeit die Registrierkasse auf und erbeutete daraus 181 Euro.

Ende April klaute der Berufslose acht Flaschen Whisky im Wert von 181 Euro aus der Lebensmittelabteilung des Warenhauses Karstadt. Mitte Mai setzte er in Lollar erfolgreich den Rempeltrick ein und fingerte einer Frau deren hochwertiges Mobiltelefon aus der Gesäßtasche.

Auf dem Gießener Lindenplatz entwendete er kurz darauf einer Wochenmarkt-Besucherin unbemerkt die Geldbörse aus der Einkaufstasche. Das Portemonnaie war auch die Beute aus einer Handtasche nach einem neuerlichen Rempeltrick in der Neuen Bäue. Zehn Packungen Tabak im Wert von 181 Euro ließ der Seriendieb im Juni im Gießener Herkules-Center mitgehen.

Im Marburger Herkules-Center erbeutete er im Juli fünf Druckerpatronen im Wert von 220 Euro. Ein weiteres Mobiltelefon stibitzte der Georgier Ende Juli aus der Umhängetasche einer Frau, als diese sich an der Stadtpost in der Neuen Bäue gerade Briefmarken ausdruckte.

Bei mehreren Ladendiebstählen war der Täter von Beschäftigten und bei Karstadt vom Hausdetektiv beobachtet worden. Die bestohlenen Frauen erkannten den 34-Jährigen wieder, nachdem er verhaftet worden war.

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