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Die TanzArt wird volljährig

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Der 18. Geburtstag ist für Jugendliche etwas Besonderes und wird entsprechend gefeiert. Nur nicht in der Pandemie. Auch das TanzArt ostwest-Festival würde in diesem Jahr seinen 18. Jahrestag gerne zelebrieren. Doch auch das macht die Pandemie unmöglich. Zum Geburtstag gibt es stattdessen das erste »TanzArt Magazin«. Es erzählt mit Interviews, persönlichen Geschichten und jede Menge Fotos davon, was die TanzArt so einzigartig macht.

Wunderbare Gestaltung, eindrucksvolle Fotos, persönliche Beiträge« - was kann sich ein Redaktionsteam mehr erhoffen, wenn es bei der Vorstellung seines Werks solche Resonanz bekommt? Dagmar Klein, Juliane Sersch und Marie Claire Kazandjian konnten sich bei der Präsentation ihres »TanzArt Magazins« genau über diese Worte aus dem Mund der Oberbürgermeisterin freuen. Was die drei Frauen, nach einer Ursprungsidee von Ballettdirektor Tarek Assam und Tanzdramaturg Johannes Bergmann vom Stadttheater Gießen, in den letzten Monaten in Eigenregie zur Druckreife geführt haben, ist aber auch wirklich sehr beachtlich.

Auf fast 70 Seiten lässt das Redaktionsteam auf Deutsch und Englisch (Übersetzung Heiner Schultz) die Geschichte des TanzArt Festivals Revue passieren. Ehemalige Tänzerinnen und Tänzer, Choreografen und Organisatoren berichten von ihren ganz persönlichen TanzArt-Erlebnissen. Und auch Fotograf Rolf K. Wegst, der das Festival seit vielen Jahren maßgeblich fotografisch begleitet hat, wird vorgestellt.

Dagmar Klein hat die Chronik des Festivals geschrieben und Interviews mit dem Gründungs-Duo Tarek Assam und Mechtild Hobl-Friedrich sowie vielen langjährig Beteiligten geführt.

Juliane Sersch, die 2020 das Festival organisierte, wirft einen Blick hinter die Kulissen und befragt einige ihrer Vorgänger zu ihren Erfahrungen. Grafikdesignerin Marie Claire Kazandjian hat das schwungvolle und perfekt zum Festival-Charakter passende Layout gestaltet, das »ein Angebot für die Augen und den Kopf« ist, wie Klein betont.

Ein Stadtplan auf der ersten Seite zeigt all die Orte, die die TanzArt schon in der Stadt aufgesucht hat.

Es gibt ein eigenes Kapitel zu den spektakulären »site specifics«, bei denen die Tanzkompanie eher tanzferne Orte wie das Luftrettungszentrum, den Bahnhof oder das Foyer im Uniklinikum, um nur ein paar wenige Beispiele aus der großen Vielfalt zu nennen, zu einem Tanzort gemacht hat.

Entstanden ist im »TanzArt Magazin« ein Kaleidoskop, das die Besonderheit des Festivals, das Gießen in der Tanzszene national wie international bekannt gemacht hat und großen Wert auf den gegenseitigen Austausch legt, adäquat würdigt. Beim Durchblättern wird so manche Erinnerung an ganz besondere Tanzabende geweckt - aber auch die Sehnsucht, Tanz auch wieder live erleben zu können.

Möglich gemacht hat die Arbeit der drei Freischaffenden ein Projektstipendium des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, für das sie sich auf Anregung von Tarek Assam und Johannes Bergmann sowie des TanzArt-Vereins beworben hatten. Unmengen von Material, Programm-Flyern, Zeitungsberichten und Fotografien haben sie gesichtet und mit den rund um den Globus wirkenden TanzArt-Netzwerkern Kontakt aufgenommen. Viele von ihnen sind der Bitte nachgekommen, einen kurzen persönlichen Beitrag für das Magazin zu formulieren.

Ballettdirektor Tarek Assam, der das Festival gegründet und als »kleines, aber feines Festival« international bekannt gemacht hat, hofft, nachdem die eigentliche TanzArt in diesem Jahr nicht wie üblich über Pfingsten veranstaltet werden kann, dass im Laufe des Jahres doch noch die ein oder andere Sonderbespielung im Außenbereich möglich sein wird. Schließlich stehe die Tanzkompanie schon seit 14 Monaten quasi in den Startlöchern.

Das Magazin wurde bei der Präsentation an den TanzArt ostwest-Verein als Schenkung überreicht. Es liegt kostenlos aus in der Touristinformation, in der Stadtbibliothek, im Rathaus, im Oberhessischen Museum, im Mathematikum und im Haus der Karten (sobald dieses wieder geöffnet hat). Reinschauen kann man aber auch im Internet. Dort kann man auf issuu.com/tanzartmagazin genüsslich online blättern.

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