Die Kleinen sichtbar machen

  • Daniel Beise
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Gießen (bei). Auch im Corona-Krisenjahr blieben laut Bundesagentur für Arbeit 60 000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Ein Grund, warum jedes Jahr tausende Plätze nicht vergeben werden ist, dass mittlere, kleinere und digital noch nicht so versierte Betriebe oft nicht gefunden werden von Azubis. Sie landen bei Suchanfragen weit hinter den großen Unternehmen - sei es über Google, aber auch in Verzeichnissen.

Drei Freunde, die 2017 das im Bildungssektor tätige Marketing-Start-up »StudyAds« in Gießen gegründet haben, möchten das mit ihrem neuen Serviceportal »WerBildetAus.de« ändern. »Das ist kein Verzeichnis für Stellen, sondern eines für Betriebe«, betont Mitgründer Philipp Klein. Oft würden selbst in eigentlich gut gepflegten Verzeichnissen wie von der IHK oder dem Arbeitsamt kleine Betriebe weit nach hinten rücken. Big Player hätten teilweise 20, 30 oder noch mehr Stellen deutschlandweit ausgeschrieben, die zudem alle auf den ersten Plätze gelistet seien. In vielen Gesprächen mit Schülern und Betrieben hätten sich diese beiden Baustellen meist als die größten herausgestellt: Berufseinsteiger finden die Betriebe online nicht - diese wiederum gehen neben den größeren unter. Hinzu kommt, dass private Jobportale wie Stepstone oder Indeed nicht gerade erschwinglich sind für kleine Betriebe.

»Deswegen werden bei uns auch keine Stellen gelistet, sondern Profile. Auf diesen wiederum finden Azubis dann auch offene Stellen in ihrer Region«, erläutert Inhaber Klein. Dadurch würden kleinere nach oben rücken und es sei »fairer und transparenter«. Im Google-Ranking rücken die Kleineren dadurch freilich noch nicht höher.

Derzeit befindet sich »WerBildetAus.de« noch in der Testphase mit regionalen Partnern. Aber die drei Gründer - Jan Stadermann und Tobias Auradniczek neben Klein - seien schon in Gesprächen mit großen Discountern, Banken und anderen Partnern, die das Konzept toll fänden. Ab 1. Juli können sich Betriebe mit einem Profil anmelden.

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