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Yvonne Witt (links) hat die Porträtausstellung »Vielfalt im Ehrenamt« gestaltet, die nun am und im neuen Freiwilligenzentrum am Dönerdreieck zu sehen ist. Alexandra Böckel und Sönke Müller gehören zum Leitungsteam des Vereins.

Die heimlichen Helden

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Was treibt Menschen an, die selbst Probleme haben, anderen zu helfen? Das ist eine der Schlüsselfragen der Fotoausstellung »Vielfalt im Ehrenamt« am Freiwilligenzentrum im DGB-Haus. Vor Kurzem hat der Verein hier seine neue Heimat bezogen.

Ich sitze im Rollstuhl - na und?! Genau deshalb bin ich der ideale Ansprechpartner für Menschen mit Handicap. Aus Erfahrung weiß ich, wie hilfreich es ist, wenn man Unterstützung bekommt.« Das ist auf einem der 17 Fotos unter dem Namen Michel Kubik zu lesen, die seit Montag prominent am und im DGB-Haus in der Walltorstraße 17 ausgestellt sind.

D ort ist nämlich kürzlich das Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis ins Erdgeschoss gezogen - ein Verein, der einerseits Menschen vermittelt und vernetzt, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, andererseits auch Räume für andere Hilfsinitiativen bereitstellt.

In der Ausstellung gehe es weniger darum, was genau die Porträtierten machen. »Sondern vielmehr darum, welche Menschen mit welcher Motivation ehrenamtlich tätig werden«, betont Yvonne Witt, die die Interviews geführt und die Ausstellung konzipiert hat und seit rund drei Jahren im Zentrum ehrenamtlich aktiv ist. »Wir wollen Danke sagen und den Ehrenamtlichen ein Gesicht geben.«

»Ich habe in meinem Leben viele schwierige Dinge erlebt, doch aufgegeben habe ich nie. Mich zu engagieren, gibt mir Kraft. Anstatt zu Hause zu sitzen, bleibe ich aktiv und habe sogar etwas gefunden, das ich nie hatte - eine Familie.« Das offenbart beispielsweise Uwe Lindner. Dass ein Ehrenamt nicht nur anderen hilft, sondern auch einem selbst in schwierigen Lebenslagen helfen und überhaupt viel geben kann, betonen auch Alexandra Böckel und Sönke Müller aus dem Leitungsteam des Zentrums.

Tag der offenen Tür am 16. Juni

Und wie der Titel der Ausstellung sagt, will sie auch die Vielfalt des Ehrenamts zeigen. Julia Gerlinger beispielsweise näht und restauriert Kostüme für Kinder und stellt Unterrichtsmaterialien her, Diana Ghebretinsae engagiert sich in ihrer Nachbarschaft und Mohamad Kattaa unterstützt Menschen mit Fluchterfahrung - weil er Hilfe zurückgeben möchte, die er selbst erfahren hat, als er nach Deutschland kam.

»Wir möchten diese heimlichen Helden sichtbar machen«, sagt Mitarbeiter Müller. So erhofft sich das Zentrum auch, dass die Geschichten andere ermutigen, ehrenamtlich aktiv zu werden.

Am Mittwoch (16. Juni) kann man sich die Ausstellung bei einem Tag der offenen Tür im neuen Freiwilligenzentrum von 11 bis 17.30 Uhr anschauen. Da aber das Gros der Porträts an den Fenstern aufgehängt ist, kann man jederzeit die Geschichten lesen. Sie ist überdies als Wanderausstellung konzipiert und wahrscheinlich ab September im Rathaus zu sehen. »Außerdem wäre es schön, wenn wir sie auch in den Kreis tragen können. Sie lebt ja davon, dass sie gesehen wird«, sagt Müller.

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