2020 veranstaltet der DGB in Gießen wegen Corona nur eine Pressekonferenz zum 1. Mai. Redebeiträge finden damals nur im Internet statt. (Archivfoto)
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2020 veranstaltet der DGB in Gießen wegen Corona nur eine Pressekonferenz zum 1. Mai. Redebeiträge finden damals nur im Internet statt. (Archivfoto)

Tag der Arbeit

Demonstration in der Innenstadt: DGB geht am 1. Mai in Gießen auf die Straße

  • vonSebastian Schmidt
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Nachdem der Gewerkschaftsbund 2020 wegen Corona auf digitale Veranstaltungen ausgewichen war, soll es in Gießen nun am Tag der Arbeit Kundgebungen auf dem Kirchenplatz sowie eine Demonstration geben. Man dürfe die Straße nicht den Faschisten überlassen, sagt der Kreisvorsitzende.

Gießen – Eigentlich wollte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 1. Mai auch von Gießen aus nach Dillenburg mobil machen. Die rechtsextreme NPD hatte dort eine Demonstration geplant, die mittlerweile aber wieder abgesagt wurde. Trotzdem wird der Kampf gegen den Faschismus ein Thema am Tag der Arbeit sein. Denn das Motto des diesjährigen Feiertages - Solidarität ist Zukunft - heißt für die Gewerkschafter auch, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

DGB geht in Gießen am 1. Mai auf die Straße: Kampf gegen den Faschismus

»Was bedeutet Solidarität im Umgang mit faschistischen und neofaschistischen Gruppen, die Corona für sich nutzen wollen?« Diese Frage wollen sich die Gewerkschafter dieses Jahr in der Auftaktkundgebung auf dem Kirchenplatz stellen, sagt Klaus Zecher, DGB-Kreisvorsitzender des Landkreises Gießen.

Nachdem der Gewerkschaftsbund im vergangenen Jahr wegen Corona auf nicht digitale Veranstaltungen verzichtet hat, soll der 1. Mai dieses Jahr fast wie gewohnt ablaufen. Kundgebungen und Demonstration werden - natürlich mit Hygienekonzept - stattfinden. Man dürfe die Straße nicht den Faschisten überlassen, »damit sich die Geschichte nicht wiederholt«, sagt Zecher. Der DGB-Kreisvorsitzende kritisiert dabei insbesondere die AfD, die faschistischen Gruppen »den Weg bereitet«.

Der DGB organisiere den Protesttag dieses Jahr nicht nur mit Gewerkschaften, sondern auch mit Parteien und politischen Initiativen, sagt DGB-Gewerkschaftssekretär Robin Mastronardi. Geplant sind unter anderem Redebeiträge von einem Vertreter des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, der Initiative Stadt für alle, dem AStA und Verkehrswendeaktivisten.

Protest am Tag der Arbeit in Gießen: Umverteilung von oben nach unten

Neben rechtsextremen Bestrebungen werde die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Corona-Krise das Thema der Veranstaltung sein. »Es sind die Arbeiter, die die Krise bezahlen müssen«, sagt Zecher, wohingegen Reiche profitieren würden.

Der DGB will am 1. Mai für eine »Umverteilung von oben nach unten« werben. Solidarisch in der Krise zu sein, bedeute auch, sich für die Pflegerinnen und Pfleger starkzumachen. Aber man dürfe mit seinen Forderungen nicht an den Grenzen Deutschlands und der EU haltmachen. Deswegen trete der DGB dafür ein, dass die Arbeitsbedingungen weltweit verknüpft werden: »Gleiche Mindeststandards und ein tatsächliches Verbot von Kinderarbeit« wollen die Gewerkschafter erreichen.

Eine Situation, die laut Zecher ebenfalls Thema sein wird: »Es kann nicht sein, dass in den Produktionsbetrieben 100 Prozent gearbeitet wird, aber die Schulen geschlossen sind.« In anderen Ländern seien die Schulen trotz höhere Infektionszahlen offen geblieben. »Vor allem Schüler aus sozial schwachen Familien sind bereits abgehängt worden.« Deswegen müssten mehr Ressourcen und Geldmittel in die Bildung gesteckt werden. Zecher fragt: »Was ist uns unsere Schule wert?«

Es gibt also viel zu kritisieren vonseiten der Gewerkschaften - auch am zweiten 1. Mai in der Pandemie.

Ablauf 1. Mai:

  • 10.30 Uhr: Auftaktveranstaltung mit Redebeiträgen auf dem Kirchenplatz.
  • 11.00 Uhr: Demonstration durch die Innenstadt und anschließende Abschlussveranstaltung wieder auf dem Kirchenplatz.

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