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Deutsch-Tschechischer Freundeskreis aufgelöst

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Von: Klaus-Dieter Jung

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Sieben Schecks sorgen für zufriedene Gesichter bei den Beschenkten. Links der einstige Vorsitzende des Freundeskreises, Dieter Geißler. © Klaus-Dieter Jung

Gießen-Rödgen (rc) . Es erinnerte an die Bescherung zu Weihnachten, doch am bislang heißesten Tag des Jahres dachte am Dienstag natürlich niemand an das Fest am Jahresende. Dennoch war die Freude groß bei den Empfängerinnen und Empfängern des Gesamtbetrages von 21 990 Euro, die vom Deutsch-Tschechischen Freundeskreis übergeben worden sind. Der Grund für die Spenden ist allerdings traurig:

Der Verein, der 1991 als Initiative aus der Partnerschaft zwischen der tschechischen Stadt Hradec Králové und Gießen hervorging, hat sich aufgelöst, da es an Mitgliedern fehlt, die weitermachen wollen.

Nach einem Vorstandsbeschluss sollte das Vermögen Vereinen und Einrichtungen aus dem Bereich Kultur zugutekommen, erläuterte der bisherige Vorsitzende Dieter Geißler, der von seinem Stellvertreter Rolf Krieger und Kassierer Wolfgang Bellof begleitet wurde.

Diese hohe Summe hatte niemand erwartet, als Geißler zu Beginn davon sprach, er wolle einen »Obolus« verteilen. Zuvor fragte er in die Runde, wie hoch denn der Betrag sein könnte. 8500 Euro wurden genannt, 19 370 Euro lautete ein Tipp und ganz nah dran war Reiner Arnold mit 21 500 Euro.

Geißler erinnerte daran, dass es zu Beginn der zahlreichen Reisen nach Tschechien dort Vorbehalte gegeben habe. »Die Deutschen kommen zurück und wollen alles abholen«, das sei ein Vorurteil in den Anfängen gewesen. Heute sei das kein Thema mehr. Viele Informationsreisen nach Königgrätz, wie der Stadtname auf Deutsch lautete, unternahm der Freundeskreis. Korrekt laute die Übersetzung »Burg der Königin«, klärte der Vorsitzende a. D. auf. Bei den Besuchen besichtigten die Mitglieder öffentliche Einrichtungen, schauten sich bei der Berufsfeuerwehr und den freiwilligen Brandschützern um. Auch Altenheime und Kindergärten sowie Jugendzentren wurden aufgesucht.

Nun jedoch kam das Aus. »Wir verteilen das Vermögen gerne«, unterstrich Geißler vor der Übergabe der Schecks: 2000 Euro gehen an die Heimatvereine Lützellinden, Rödgen und Wieseck. Fünf Einrichtungen der AWO wurden bedacht: 615 Euro gingen an die Kita »Sonnenkinder«, die Kita »Marshallstraße« bekam 1230 Euro, die »Kinder der Welt« und die Kita Rödgen wurden jeweils mit 2460 Euro bedacht, die Kitas »Lotte Lemke«, »Marie Juchaz« und »Helene Simone« bekamen jeweils 3075 Euro. »Sprache ist das Tor zur Welt«, machte AWO-Geschäftsführer Jens Dapper deutlich und dankte für die Spende, die zur Sprachförderung eingesetzt werden soll. Reiner Arnold vom Heimatverein Lützellinden zeigte sich dankbar, Michael Oswald (Heimatverein Wieseck) sieht in dem Heimatmuseum eine wichtige Funktion für den Erhalt der Tradition und die Weitergabe an junge Menschen. Der Rödgener Verein will das Geld für die Einrichtung eines geologischen Naturpfades nutzen, erläuterte Dieter Kraushaar.

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