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Deutliche Worte: Gießens neuer Bürgermeister Neidel über Probleme in der Koalition

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Ab heute ist CDU-Mann Peter Neidel neuer Bürgermeister der Stadt Gießen. Im Interview spricht er über das Amt und die Probleme in der Koalition.

Welche Bedeutung hat das Amt des Bürgermeisters für die CDU, aber auch für Sie persönlich?

Peter Neidel: Für die CDU ist sicher wichtig, dass dadurch das Ergebnis der vergangenen Kommunalwahl zum Ausdruck kommt, bei der die CDU zweistärkste Partei in der Stadt Gießen war. Für mich persönlich ist es eine Ehre, dieses Amt ausüben zu dürfen.

Was wird sich dadurch verändern?

Neidel: Formal werde ich dadurch zum Vertreter der Oberbürgermeisterin, die Dezernatsverteilung bleibt unverändert. Ich habe in den letzten Wochen festgestellt, dass sich aber die Wahrnehmung in der Bevölkerung ändert. Das Bürgermeisteramt wird schon deutlich anders wahrgenommen als das eines Stadtrats. Als Mensch bleibe ich natürlich der gleiche.

Bei unserem letzten Interview anlässlich Ihres ersten Jahres als Stadtrat sprachen Sie von einer guten Atmosphäre im hauptamtlichen Magistrat und fühlten sich dort gut aufgenommen und angekommen. Jetzt hört man anderes. Wie läuft die Zusammenarbeit aktuell? Wie hatten Sie sich die Zusammenarbeit vorgestellt?

Neidel: Trotz der politischen Unterschiede hatte ich mir die Zusammenarbeit insgesamt schon etwas kollegialer und kooperativer vorgestellt, auch in der Koalition. Über den Umgang bin ich schon teilweise überrascht.

Können Sie dafür Beispiele nennen?

Neidel: Solche interne Vorgänge gehören nicht in die Öffentlichkeit.

Die CDU ist in Gießen zweite Kraft. Sehen Sie das angemessen dargestellt?

Neidel: Das war in den vergangenen zwei Jahren nicht der Fall, durch den Wechsel des Bürgermeisteramtes wird sich das ändern.

In der Öffentlichkeit wird über eine mögliche OB-Kandidatur von Ihnen gesprochen. Ist das mehr als zwei Jahre vor der Wahl bei Ihnen oder in der Fraktion schon Thema?

Neidel: Nein, darüber wird noch nicht konkret gesprochen.

Welche Wünsche oder Verbesserungsvorschläge haben Sie für Ihre Arbeit? Sehen Sie sich in Sachen Personal zum Beispiel ausreichend ausgestattet und unterstützt?

Neidel: Die personelle Ausstattung ist leider nicht so, wie es sein sollte. Das sollte sich kurzfristig ändern.

Aus der Landtagswahl sind die Grünen gestärkt hervorgegangen, CDU-Kandidat Klaus Peter Möller konnte das Direktmandat gegen SPD-Mann Frank-Tilo Becher nicht holen. Werden diese Ergebnisse Auswirkungen auf die lokale Politik haben?

Neidel: Davon gehe ich nicht aus.

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