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An die Stelle der weißen Linie könnte ein Zaun rücken, sollten sich die jüngsten Partyexzesse dort wiederholen.

Party-Szene

Party-Ärger in Gießen: Schweres Gerät liegt schon im Uni-Keller

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Während die Justus-Liebig-Universität Gießen davon ausgeht, dass es vor dem Hauptgebäude in Zukunft auch ohne großes Polizeiaufgebot ruhig bleibt, haben Stadt und Polizei die Lahnwiesen ins Visier genommen. Dort soll eine Benutzungsordnung dafür sorgen, dass die Einsatzkräfte härter gegen die Party-Chaoten vorgehen können.

Gießen - Joybrato Mukherjee gibt sich zuversichtlich. Er gehe davon aus, dass es vor dem Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) weiter ruhig bleibe, sagte der Präsident der Hochschule am Donnerstag. Zumindest dann, wenn die gemeinsamen Maßnahmen von JLU, Stadt und Polizei auf die jüngsten Partyexzesse auf dem Universitätsplatz mit bis zu 1000 Menschen auch dann noch Wirkung zeigten, wenn der Einsatz der Ordnungskräfte ab sofort nachlassen werde.

»Wir haben die Lage in den letzten zwei, drei Wochen intensiv beobachtet und bewertet. Nach den exzessartigen Wochenenden ist es zur Beruhigung des Platzes gekommen. Unser Sicherheitsdienst wird zwar bleiben, aber den Polizeieinsatz fahren wir zurück«, sagte Mukherjee. Er fügte hinzu, dass er hoffe, dass sich bei den Nutzern, die an den besagten Wochenenden an der Ludwigstraße bis in die Morgenstunden für Larmbelästigungen und ein Scherbenmeer gesorgt hatten, mittlerweile ein »Umdenken« eingestellt hat.

Partys in Gießen? Zaun um Uni-Vorplatz könnte kommen

Zwar betonte Mukherjee am Donnerstag immer wieder, dass das große Ziel der Universität unverändert sei, den schönsten Platz der Stadt weiterhin als Begegnungsstätte für alle Bürger und Mitglieder der JLU zugänglich zu halten. Er ließ aber auch keine Zweifel daran, dass dies - vor allem für die Zeit der Corona-Pandemie - nur nach den Spielregeln der Hochschule funktioniere. »Wir werden die Situation beobachten. Was keiner will, ist, dass es wieder zu solchen Exzessen kommt. Wenn das passiert, werden wir darauf reagieren müssen. Wir sind jedenfalls vorbereitet.« Was dies konkret bedeutet, verriet der Präsident erst auf Nachfrage: »Wir verfügen über die Möglichkeit, den Platz in den Nachtstunden mithilfe einer mobilen Zaunanlage abzusperren.«

Diese Anlage hat die Uni offenbar jüngst als Reaktion auf die Verwüstungen, Belästigungen und Körperverletzungen durch die Party-Chaoten auf ihrem Areal angeschafft. »Wir haben aber nicht vor, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, solange es nicht wieder zu Exzessen wie zuletzt kommt«, betonte der JLU-Präsident.

Partys in Gießen: Polizei hat auch Auge auf Uni-Platz

Auch an den Lahnwiesen, wo es vor allem am vergangenen Wochenende unter anderem zu Straftaten wie Körperverletzungen, Flaschenwürfen und auch zu Schmähgesängen gegen Polizisten gekommen ist, wird das offensichtliche Fehlverhalten einiger Chaoten zu Konsequenzen für alle führen. Die Stadt hat mit Wirkung zum 30. Juni eine neue Benutzungsordnung für den Bereich der Lahnwiesen erlassen. Die sieht unter anderem vor, dass dort ab 22 Uhr keine Musik mehr hörbar abgespielt werden darf.

»Wir wollen kein Spielverderber sein. Jeder hat natürlich das Recht, sich auf unseren öffentlichen Flächen aufzuhalten und im angemessenen Rahmen zusammenzukommen und zu feiern. Leider haben die letzten Wochenenden gezeigt, dass manche sich nicht an Regeln halten und über die Stränge schlagen«, sagte Bürgermeister Peter Neidel. »Wir haben uns daher entschlossen, die Benutzungsordnung auf den Weg zu bringen und werden diese konsequent in enger Zusammenarbeit mit der Polizei umsetzen.«

Obwohl die Polizeipräsenz an den Lahnwiesen ab sofort verstärkt wird, ließ Sprecher Jörg Reinemer keinen Zweifel daran, dass die Polizei auch den Platz vor dem Hauptgebäude weiter im Auge haben und einschreiten werde, wenn es dort zu Problemen komme. Man solle nicht glauben, dass ein erneuter Umzug der Party-Chaoten zurück in die Ludwigstraße toleriert werden würde.

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