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Krischan Koch liest im Ulenspiegel aus »Der weiße Heilbutt«.

»Der weiße Heilbutt« kreist vor Amrum

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Gießen (gl). Krischan Koch ist Autor unterhaltsamer Kriminalromane und Filmkritiker. Beides verbindet er in seiner Reihe um den friesischen Dorfpolizisten Thies Detlefsen, in der er unterschiedliche Filmgenres parodiert. Für Kochs neuestes Buch »Der weiße Heilbutt«, das er nun im ausverkauften Ulenspiegel dem Krimifestivalpublikum vorstellte, war der Leinwandschocker »Der weiße Hai« die Vorlage.

Doch keine Angst: die Story ist weniger zum Erschauern, denn zum Lachen, nachdem der Vorgänger »Friedhof der Krustentiere« offenbar ein wenig zu viel des Guten für manch zartbesaitete Krimileserin war. Koch lässt Dorfpolizist Detlefsen diesmal mit seiner Crew zur Erholung nach Amrum reisen. Doch statt Strandidylle sorgt ein im Sand gefundener Frauenfuß für jede Menge Turbulenzen.

Band zehn ist schon in Arbeit

Man muss nicht die vorherigen acht Bände der Reihe gelesen haben, um der Geschichte folgen zu können. Doch aufpassen ist gefordert, denn Kochs Geschichten sind wie Wimmelbilder mit allerlei illustren Gestalten und herrlichen Wortspielen. Er macht sie zudem beim Vorlesen mit seiner präzisen Stimmenzuordnung, dem friesischen Humor und den bildhaften Beschreibungen zu einem Fest, das immer wieder Lachsalven im Publikum auslöst. Und so darf Althippie Bounty nicht nur mit der schönen Giselle anbandeln, sondern auch Imbisshund Susi mit einem Schokoriegel den Entzug vermasseln. Der dänische Starkoch serviert seinen rheinischen Gästen seltsame Speisen auf Treibholz, die Rettungsschwimmer identifizieren mit ihrer Fisch-App die weiße Flosse als Teil des im Meer vor Amrum kreisenden riesigen Heilbutts. Und der Ozeanograf prügelt sich auf dem Kutter mit Kapitän Boy. »Beinahe haben wir den Fuß aus den Augen verloren«, scherzt Vorleser Koch und verrät doch mit der geschickten Auswahl seiner Lesepassagen nichts zum eigentlichen Kriminalfall.

Das Manuskript zum Band zehn, in dem Agatha Christie’s »Mord im Orientexpress« auf unterhaltsame Weise an die Nordsee umgeleitet wird, hat Koch gerade erst im Verlag abgegeben. Sein Kochbuch »Jo, kann man essen« mit Rezepten der friesischen Küche offeriert Krimifestival-Organisator Uwe Lischper im Werbeblock zur Lesung. Ein Wiedersehen mit Koch im nächsten Jahr im Ulenspiegel - das ist da schon so gut wie sicher.

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