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»Der Stadt fehlen multikulturelle Events und Vielfältigkeit«

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Von: Marc Schäfer

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Sami Soda (l.) im Gespräch mit Redakteur Marc Schäfer. SCHEPP © Oliver Schepp

Auf Bänken kommt man ins Gespräch, das hat sich in der Pandemie gezeigt. Um zu erfahren, was die Gießener bewegt, verabreden sich GAZ-Redakteure in den Ferien mit Menschen zum Schwätzchen. Der heutige »Kandidat« ist Sami Soda (29).

Sagen Sie mal, Herr Soda, was nervt Sie derzeit in der Stadt? Sami Soda stammt aus Marokko. Er kam 2020 zum Studium nach Gießen und erfreut sich seitdem an den »erstaunlich vielen interessanten Veranstaltungen«, die es hier gibt. Aber: »Als Mitglied einer Generation, die in einer globalisierten Welt aufwächst, würde ich sagen, dass der Stadt multikulturelle und vielfältigere Veranstaltungen fehlen.« Dies würde Gießen einen »metropolitanen Charakter« verleihen, und damit würde die Stadt auch der großen Zahl an ausländischen und diversen Studierenden gerechter werden.

Und was gefällt Ihnen aktuell besonders gut? »Ich mag, dass die Stadt ein einzigartiger Schmelztiegel ist«, sagt Soda. Er hat seine neue Heimat in der Corona-Pandemie erkunden müssen. »Wenn man ins Ausland geht, muss man sich integrieren, die Sprache perfektionieren. Dazu braucht man Kontakte, die gab es damals nicht. Es war eine Herausforderung, aber ich habe das Beste daraus gemacht«, erzählt Soda. Schnell sei ihm aufgefallen, Gießen ist ein Treffpunkt vieler Generationen. »Hier kommen unterschiedliche, interessante Menschen zusammen. Ich mag, dass es viele Künstler*innen, Intellektuelle und Kreative gibt«, sagt Soda. Gießen sei eine Stadt im Spannungsfeld zwischen »modern und konservativ« und zwischen »lokal und international«.

Wen wollten Sie immer schon mal loben? Ein Lob auszusprechen, fällt Soda nicht schwer. Er ist ein offener und empathischer Mensch. »Ich möchte mich bei allen Arbeiter*innen bedanken, die rund um die Uhr schuften, dass diese Stadt wunderbar funktioniert und so sauber aussieht.«

Was würden Sie als erstes in Angriff nehmen, wenn Sie OB wären? Soda, daran lässt er keinen Zweifel, macht sich Sorgen um die Zukunft seiner und der nächsten Generation. »Wenn ich die Möglichkeit hätte, als OB etwas zu verändern, würde ich mich auf jeden Fall auf die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel konzentrieren, denn - machen wir uns nichts v or - das sind kritische und entscheidende Punkte für unser Leben und das Leben unserer Kinder«, sagt Soda.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: »Für Gießen wünsche ich mir… Für seine neue Heimatstadt wünscht sich Soda grundsätzlich das, was er sich für die ganze Welt wünscht: »Mehr Dialog und weniger Streit.« Gießen selbst könne eigentlich so bleiben, findet er. Nur ein bisschen mehr »internationalen Touch«. »In Gießen leben viele liberale und offene Menschen. Es gibt alle Komponenten für diese von mir gewünschte Internationalität bereits, es fehlt nur eine Bühne, um Diversität, Vielfalt und multikulturelle Begegnungen im Alltag zu manifestieren.«

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