+
Als klug, ausgleichend, zugewandt wurde Dekan Hans-Joachim Wahl (vorn) gewürdigt unter anderem von OB Dietlind-Grabe-Bolz, Caritasdirektor Ulrich Dorweiler und Irmgard Niggemeyer vom Caritas-Aufsichtsrat (v. l.). FOTO: SCHEPP

60. Geburtstag

Dekan Wahl: Ein sprachgewandter Zuhörer

  • schließen

Seit acht Jahren prägt er das katholische Leben in Gießen. Zuvor hatte Dekan Hans-Joachim Wahl unter anderem Soldaten in Nahost betreut. Vieles kam ans Licht beim Empfang zum 60. Geburtstag.

Eigentlich bin ich ganz anders - ich komm nur viel zu selten dazu." Der Hit von Udo Lindenberg und Jan Delay wurde am Montag im Caritashaus zum Geburtstagsständchen für den katholischen Dekan Hans-Joachim Wahl. Deutlich wurde: Das passt. Der nun 60 Jahre alte Seelsorger birgt Seiten, von denen manche nichts ahnten. So hat er in seinem bewegten Berufsleben unter anderem Auslandseinsätze der Bundeswehr begleitet und pflegt Talente wie Fremdsprachen und Musik.

1960 in Offenbach geboren, studierte Wahl in Mainz und Barcelona Theologie und wurde 1985 zum Priester geweiht. Nach ersten Stationen als Kaplan in Bingen und Dreieich war er elf Jahre lang Militärseelsorger, unter anderem in den Niederlanden und in Belgien. Er betreute Soldaten in der Türkei, Syrien und im Irak.

Es folgten zehn Jahre in Bad Nauheim als Pfarrer, hinzu kamen verantwortliche Aufgaben in der Klinik-, Altenheim- und Gefängnisseelsorge. 2004 wurde Wahl Dekan für Wetterau-West, 2007 Geistlicher Rat.

Im Herbst 2011 kam er nach Gießen als Pfarrer der Bonifatiusgemeinde. 2015 wurde er Dekan, 2018 Leiter des Pfarreienverbundes sowie zusätzlich Pfarrer in St. Thomas Morus. Seit 2003 ist Wahl Aufsichtsratsvorsitzender des Caritasverbands, seit 2014 Diözesanpräses des Kolpingwerks. Der Theologe spricht sieben Fremdsprachen und spielt Klavier, Orgel und Saxofon.

Haltung und Humor

Diese Aufgabenfülle skizzierte Caritasdirektorin Eva Hofmann und äußerte die Hoffnung, der Pfarrer könne durch die Umstrukturierung "Pastoraler Weg" etwas entlastet werden. Irmgard Niggemeyer, stellvertretende Caritas-Aufsichtsratsvorsitzende, verglich Wahls Tätigkeit mit der eines Dirigenten. Er besitze Einfühlungsvermögen und ein offenes Ohr. Das bekräftigte Caritasdirektor Ulrich Dorweiler. Der Dekan begegne Mitarbeitern wie Klienten mit Interesse und Wertschätzung.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte, katholische Einrichtungen machten als verlässliche Partner "unsere Stadt jeden Tag zu einer sozialen Stadt". Sie würdigte Wahls Haltung, Besonnenheit und Humor, der in der Fastnachts-Bütt zutage trete.

Wigbert Hönni vom Caritasverband Wetterau sorgte mit Saxofon und Gesang für Musik und verriet Wahls alternativen Wunschberuf Barpianist. "Wenn die Kirchensteuer abgeschafft wird, mache ich das", lachte der Jubilar - doch im Ernst: Seinen Beruf übe er gern aus, werde "von guten Teams getragen" und empfinde es als "großes Glück", seine Begabungen nutzen zu können. Die Caritas liege ihm besonders am Herzen, "weil hier Kirche greifbar wird".

Auf Geschenke hatte Wahl verzichtet und stattdessen um Spenden gebeten für das "Café Herzstück" des Sozialdienstes katholischer Frauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare