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David Bennent gastiert im Stadttheater

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Von: Karola Schepp

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»Blechtrommel«-Star David Bennent gastiert gleich in mehreren Vorstellungen im Stadttheater. Er ist einer der Sprecher im szenischen Konzert von Heiner Goebbels. Premiere ist am 4. Mai.

Das Stadttheater wartet mit einem spektakulären Theaterereignis auf: Heiner Goebbels, der weltweit erfolgreiche Komponist, Hörspiel- und Theatermacher und ehemalige Professor der Angewandten Theaterwissenschafte an der Universität Gießen – wird erstmalig am Stadttheater inszenieren. »Mit einem Namen aus einem alten Buch« ist ein szenisches Konzert, das Goebbels aus eigenen Kompositionen und Hörstücken eigens für diese Arbeit in Gießen konzipiert hat. Als weiterer Coup wird in dieser Produktion der international bekannte Schauspieler David Bennent auf der Bühne des Stadttheaters zu erleben sein.

Premiere am 4. Mai

Bennents Engagement in Gießen verdankt das Stadttheater der Vermittlung durch Heiner Goebbels. Die beiden kennen und schätzen sich aus früheren gemeinsamen Arbeiten. Auf dieser Basis konnte Bennent vom Stadttheater für »Mit einem Namen aus einem alten Buch« gewonnen werden. Premiere ist am Freitag, 4. Mai, im Großen Haus. Weitere Vorstellungen folgen am 5., und 6. Mai sowie am 8., 9. und 10. Juni, jeweils um 19.30 Uhr. Wer sich einen ersten Eindruck von der neuen Produktion machen will, kann sich beim »vorgestellt« am 29. April um 11 Uhr im Theaterfoyer informieren.

Der nur 1,55 Meter große David Bennent wurde 1966 in Lausanne in eine Schauspielerdynastie geboren. Seine Schwester Anne und sein 2011 verstorbener Vater Heinz sind Schauspieler, Durch seine Verkörperung des Oskar Matzerath in Volker Schlöndorffs oscarprämierter Verfilmung von Günther Grass’ »Die Blechtrommel« wurde David Bennent von 1979 als Dreizehnjähriger weltberühmt. Doch die Rolle bedeutete für ihn auch ein Stigma. Zeitlebens wurde er in der Öffentlichkeit auf den trommelnden Jungen Oskar festgelegt. Weniger bekannt ist vielen, dass er deutlich mehr in seiner Karriere aufzuweisen hat. Bennent arbeitete mit den bedeutendsten Theaterregisseuren an den wichtigsten europäischen Bühnen und Theaterfestivals. Er gehörte dem Pariser Ensemble von Starregisseur Peter Brook an, war Mitglied der Comédie Française, der Schaubühne Berlin, wo er in Klaus Michael Grübers Inszenierung von Shakespeares »Lear« als Narr bejubelt wurde, arbeitete am Berliner Ensemble, bei den Salzburger Festspielen und mit George Tabori am Wiener Akademietheater. 2016 übernahm er bei den Salzburger Festspielen die Rolle des Mammon in Hugo von Hofmannsthals »Jedermann«. 2006 wirkte Bennent in Goebbels Hörspiel »Landschaft mit entfernten Verwandten« mit.

Heiner Goebbels inszeniert

Goebbels, der erst jüngst eine Seniorprofessur der Justus-Liebig-Universität angenommen hat, wird in seinem szenischen Konzert »Mit einem Namen aus einem alten Buch« (Arbeitstitel: »Die Schatten des Pfeilers«) eigene Kompositionen zusammenfügen, denen gemeinsam ist, dass Literatur ein starker Beweggrund war: Texte von Heiner Müller, Rainald Goetz, Alain Robbe-Grillet, Hugo Hamilton. Es sind Stücke im Zwischenbereich zwischen Text und Musik, Theater und Konzert. Im Stadttheater sucht Goebbels dafür eine neue Visualisierung. Die musikalische Leitung hat Pablo Druker, Goebbels übernimmt nicht nur die Regie, sondern auch gemeinsam mit Monika Gora Bühne und Kostüme. Für Videoeinspielungen zeichnet René Liebert verantwortlich. Lisa Charlotte Friedrich, die während Goebbels Zeit als Leiter der Ruhrtriennale bei ihm Regieassistentin war, und David Bennent fungieren in allen Vorstellungen als Sprecher.

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