Das Potenzial von Wasserpflanzen

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Gießen (pm). Invasive Pflanzen, die häufig durch den Menschen eingeschleppt werden, können massiv Einfluss auf die neuen Lebensräume nehmen und existierende Arten verdrängen. Nicht alle gebietsfremden Pflanzen sind problematisch. Doch wie kann man vorhersagen, wie sich bestimmte Populationen entwickeln? Dieser Frage gehen Forscherinnen und Forscher am Institut für Botanik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und dem Botanischen Garten der JLU nach, indem sie das invasive Potenzial von acht Wasserpflanzen untersuchen.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie fördert das Projekt mit 36 000 Euro aus dem Biodiversitätsforschungsfonds.

Wasserpflanzen sind häufig in der Lage, durch Bruchstücke vegetativ Massenbestände aufzubauen. Reste von gebietsfremden Wasserpflanzen können beispielsweise aus der Aquarienhaltung in Flüsse oder Seen gelangen und konkurrieren dort mit heimischen Arten. In dem Projekt untersuchen die Wissenschaftler die Populationsgenetik von acht aquatischen Makrophytenarten in Hessen - vollständig untergetaucht lebende größere Pflanzen sowie Schwimmblattpflanzen -, die invasiv sind oder das Potenzial hierfür besitzen. Die Diversität der Wasserpflanzen in Hessen wird mit umliegenden Populationen und einer künstlichen Referenzpopulation verglichen. Ziel ist es, auf der Basis der Ergebnisse die Entwicklung von Wasserpflanzen-Populationen vorhersagen zu können.

So ist die genetische Variationsbreite ein wichtiger Indikator, um Vorhersagen treffen zu können, wie sich neue Arten etablieren können. »Für aquatische Makrophyten fehlen hierzu weitgehend Studien, die die Diversität von im Entstehen begriffenen Populationen, aber auch von etablierten Arten erfassen«, so Projektleiter Prof. Dr. Volker Wissemann, Institut für Botanik und Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens Gießen.

Projektbegleitend wird es an der Hermann-Hoffmann-Akademie der JLU - pandemiebedingt möglicherweise virtuelle - Ausstellungen und Vorträge zum Thema geben.

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