_DSC2429_250921_4c
+
Mit dem Dreiecksblick entscheiden wir, ob wir unser Gegenüber sympathisch finden, erklärt Eric Standop.

Das Gesicht als offenes Buch

Gießen (few). Das menschliche Gesicht verrät einiges über uns Menschen. Wie man Mimik und Gestik seines Gegenübers interpretieren kann, darum ging es am letzten Mittwoch beim Auftakt der Vortragsreihe »Gießener Wissensforum«. Zu Gast war der international erfolgreiche Facereader Eric Standop. Die Gießener Allgemeine präsentiert in 2021/22 gemeinsam mit der Volksbank Mittelhessen und der Agentur Sprecherhaus prominente Top-Referenten, die mit ihren Vorträgen nach Gießen kommen.

Manchmal fasst man sich - meist unbewusst - an bestimmte Stellen im Gesicht. Was für uns erstmal ganz normal klingt, ist für Facereader Eric Standop viel mehr. Denn er beherrscht die Kunst des Facereadings. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema und hat in dieser Zeit bei drei Meistern auf drei unterschiedlichen Kontinenten gelernt. So kann er die immense Anzahl an Informationen, die unser Gesicht offenbart, verarbeiten und für uns verständlich übersetzen. Er sagt: »Das Gesicht ist ein Buch, an dem wir ein Leben lang schreiben.«

Mit seinen Fähigkeiten ist er Berater für Unternehmen aus der ganzen Welt geworden. Er hilft ihnen dabei, Bewerber zu analysieren und zum Beispiel Stärken und Schwächen zu erkennen. Die meiste Zeit verbringt er außerhalb von Deutschland, im Silicon Valley, in New York oder auch in Asien. Letzten Mittwoch aber gewährte Eric Standop im Forum der Volksbank Mittelhessen spannende Einblicke und gab seine Fähigkeiten an das Publikum weiter.

Ihm zufolge gibt es viele Merkmale in einem Gesicht, die einiges über einen Menschen verraten. Wie zum Beispiel die Augen und der Mund: Sie seien der Hauptgrund dafür, wieso sich Menschen ineinander verlieben. Mit dem sogenannten Dreiecksblick, überprüfen wir unterbewusst ob unser Gegenüber sympathisch erscheint. Der Blick geht von den Augen zum Mund und wieder zurück. »Frauen machen das rund 10- bis 15-mal schneller«, erklärt er. Die Augen seien für ihn auch das Tor zur Seele. Er schlägt Paaren vor, sich dreimal in der Woche in einem stillen Raum für fünf Minuten in die Augen zu sehen. Beim gegenseitigen In-die-Augen-schauen, sagt er, wird der sogenannte Stoff Oxytozyn freigesetzt. Dieser sei ein sogenanntes »Bindungshormon« und würde für ein positives Empfinden in unserem Gehirn sorgen.

Aber nicht nur Gefühle und Emotionen kann Standop deuten, unser Gesicht verrät demnach auch einiges über unseren Gesundheitszustand: Schwellungen in der Unterlippenkante seien zum Beispiel ein Zeichen für schwere Erkrankungen. Eine nicht gut durchblutete Lippe könne auf Darmprobleme hindeuten. Und wenn man sich die Pupillen eines Menschen genauer anschaut, würden diese einiges über Denkprozesse in unserem Gehirn verraten.

Der nächste Vortrag im Gießener Wissensforum findet am 26. Oktober statt. Zu Gast ist dann Marketingexpertin Anouk Ellen Susan. Die Referentin beschäftigt sich mit dem richtigen »Selbstmarketing«.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare