Wort zum Sonntag

Danke, Herr Becker!

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Montagmorgen in der Schule. In der Eingangshalle ist ein einziges Geschwirr. Fast 100 Kinder tummeln sich dort. Über den Schulhof kommen noch ein paar Nachzügler geflitzt. Es geht zu wie im Bienenstock. Mitten hinein ins Tohuwabohu erklingt der erste Ton. Ihr Akkordeon ist nicht zu überhören. Die Kinder erkennen die Melodie. Die ersten stimmen ein.

Andere summen oder brummen leise mit: »Zeit für Ruhe, Zeit für Stille, ...«

Auch die Lehrkräfte stimmen mit ein, die einen lauter, die anderen mehr für sich: »Atem holen und nicht hetzen...« Bald haben alle in den gemeinsamen Rhythmus hineingefunden.

Singen im Advent - wie lange ist das schon her. Nächste Woche geht ein ganzes Schuljahr zu Ende, in dem so etwas nicht möglich war.

Wie sehr fehlt gerade den Kindern das Singen und Musizieren: Aufeinander hören. In einen gemeinsamen Rhythmus kommen. Den unterschiedlichen Stimmen gleiches Gewicht beimessen. Die verschiedenen Talente zusammenbringen. Neue Ausdrucksmöglichkeiten finden für Gefühle und Stimmungen. Sich konzentrieren lernen. Zur Ruhe kommen.

Stellvertretend für alle Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher und viele andere, die genau ihr Talent einsetzen und sich kümmern, dass sie Kindern neue Möglichkeiten eröffnen und ihr Leben bereichern, soll hier einem Menschen gedankt werden, der nun in den Ruhestand geht.

Ich bedanke mich bei Ihnen, Manfred Becker, weil es Menschen braucht wie Sie. Die ihr Talent nutzen, um den Kindern eine Tür zu öffnen in die große Welt der Musik. Und ich bedanke mich gerade jetzt, weil für Sie die nächste Woche nicht nur die letzte im Schuljahr ist, sondern zugleich auch die letzte in Ihrem Berufsleben. Sie sind mit Ihrem Engagement und ihrer Zuwendung vielen Kindern zum Segen geworden. Im Namen der Kinder sage ich Ihnen, Herr Becker, und allen anderen: Danke!

Andreas Specht

Stellv. Dekan

Ev. Dekanat Gießen

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