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Woher der Gestank kommt, soll weiter untersucht werden.

Mysteriöser Geruch

Gießener Stadtteil beklagt anhaltenden Gestank – Geruch „auch in Kellern und Bädern“

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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In einem Stadtteil von Gießen stinkt es seit geraumer Zeit. Die Dämpfe führen bei einigen Dorfbewohnern sogar zu gesundheitlichen Beschwerden. Die Ursache ist weiterhin unklar.

Gießen – In Rödgen lässt es sich gut leben. Der Stadtteil ist umgeben von Wiesen und Feldern, an einigen Stellen sprudeln Quellen und die Wieseckaue ist nur einen Steinwurf entfernt. Die Stadtteilbewohner profitieren von dieser Nähe zur Natur. Es gibt jedoch Tage, an denen der Gang ins Freie mit einer erheblichen Geruchsbelästigung verbunden ist. Und selbst in den eigenen vier Wänden sind nicht alle Rödgener vor dem unangenehmen Geruch sicher. Am Dienstagabend stand diese Problematik auch auf der Tagesordnung des Ortsbeirats.

Anwohner des Gießener Stadtteils bekommen Schwindel vom Gestank

Im unteren Teil Rödgens klagen die Bewohner regelmäßig über einen unangenehmen Gestank nach Lacken und/oder Lösungsmitteln. Das führte sogar dazu, dass große Plakate aufgehängt wurden, die den unbekannten Verursacher beleidigten. »Die Leute beschweren sich seit Jahren, einige klagen sogar über gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder gereizte Schleimhäute«, sagt Ortsvorsteherin Elke Victor. Besonders rund um die Bahnhofstraße sei der Gestank aufgetreten. Zwischenzeitlich wurde die Gitarrenmanufaktur Lakewood als Verursacher verdächtigt, doch dem war nicht so. »Es gab mehrere Betriebsbesichtigungen. Lakewood ist es nachweislich nicht«, betont Victor.

Nicht wenige glauben, dass die unangenehmen Dämpfe über den Kanal verbreitet werden. Dafür spricht auch, dass der Geruch wohl auch in einigen Kellern und Bädern auftritt. Daher waren bereits mehrfach Mitarbeiter der Mittelhessischen Wasserbetriebe vor Ort und sind der Problematik auf den Grund gegangen, sagt Victor. »Die Ursache wurde aber nicht gefunden.«

Gestank: Bewohner von Gießener Stadtteil verdächtigen Unternehmen

Diese Ungewissheit führt zu Verdächtigungen. So war kürzlich ein anderer Rödgener Betrieb als möglicher Verursacher in den Fokus geraten. Die Mittelhesssichen Wasserbetriebe (MWB) wurden daraufhin eingeschaltet und rückten zu einer Kontrolle an. Ergebnis: »Es gab keine Anzeichen dafür, dass hier irgendetwas über den Kanal entsorgt wird«, sagte eine MWB-Mitarbeiterin gegenüber dieser Zeitung. Die Geruchsbelästigung aus dem Kanal im unteren Teil Rödgens habe damit also nichts zu tun. Das eingeschaltete Regierungspräsidium Gießen hatte den Betrieb ebenfalls besichtigt und eine Gefahrstoffmessung durchgeführt. »Danach werden alle Arbeitsplatzgrenzwerte deutlich unterschritten«, teilt das RP auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Ortsvorsteherin Victor betont, dass es auch andere Gründe für die Geruchsbelästigung geben könnte. Zum Beispiel ein Riss im Kanal oder ähnliches. »Ich bin daher kein Freund davon, mit dem Finger auf andere zu zeigen«, sagt sie.

Fakt sei aber, dass die Behörden endlich etwas unternehmen müssten und die Problematik grundlegend untersucht gehöre, zum Beispiel durch dauerhafte Kanalüberwachungen, Messungen und ähnliche Maßnahmen. Damit die Rödgener Bürger endlich wieder durchatmen können.

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