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Coronavirus: Hilferuf von Hausärzten aus Gießen wird erhört

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Hessen richtet zentrale Untersuchungsstellen für Corona-Verdachtsfälle ein. Der Hilferuf der Gießener Hausärzte ist damit erhört worden.

Der Hilferuf der Gießener Hausärzte in Sachen Coronavirus ist erhört worden. Wie das hessische Sozialministerium am Freitag mitgeteilt hat, werden ab Beginn der nächsten Woche in Hessen zentrale Stellen zur Erstuntersuchungen von Personen eingerichtet, bei denen der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus besteht. Details zur Umsetzung in Stadt und Kreis Gießen sind noch nicht bekannt.

Auf die Einrichtung der Untersuchungsstellen hatten sich die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH), die Landesärztekammer Hessen (LÄKH), die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG) und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration bei einem Gespräch am Donnerstagabend geeinigt. Dabei war auch die Sprecherin der hessischen Amtsärztinnen und Amtsärzte.

Coronavirus Gießen: Hausarztpraxen entlasten

Die Vereinbarung sieht vor, dass ab Montag und flächendeckend ab Dienstag an ausgewählten Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zentrale Untersuchungsstellen eingerichtet werden. So würden die Hausarztpraxen entlastet und es könne mit den derzeit begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen sparsamer umgegangen werden: "Angesichts der epidemischen Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland haken sich die Akteurinnen und Akteure des hessischen Gesundheitswesens unter und schaffen eine schnell umsetzbare Lösung, das ist ein starkes Signal!", betonte Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. Voraussetzung für einen Test ist eine akute Erkrankung der Atemwege und ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet. Solche Personen werden durch ihren Hausarzt bzw. Hausärztin, das zuständige Gesundheitsamt oder nach einer Ersteinschätzung durch die zentrale Rufnummer 116 117 des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes den Untersuchungsstellen zugewiesen.

Als Standorte stelle die Kassenärztliche Vereinigung ausgewählte Zentralen ihres Ärztlichen Bereitschaftsdienstes und medizinisch geschultes Personal zur Verfügung. Diese von der KVH bestimmten zentralen Stellen würden zu festgelegten Uhrzeiten öffnen.

Coronavirus Gießen: Verdachtsfälle in Untersuchungsstellen abgestrichen

Alle Patienten, die durch einen Arzt als Verdachtsfälle eingestuft werden, würden in den neuen Untersuchungsstellen abgestrichen. Die Proben würden auf SARS-CoV-2 untersucht, Verdachtsfälle gemäß Infektionsschutzgesetz dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Den getesteten Personen werde bei ihrem Besuch in der Untersuchungsstelle mitgeteilt, wie sie sich weiter verhalten sollen.

Wie berichtet, haben die im Gesundheitsnetz Gießener Hausärzte (GNGH) zusammengeschlossenen Praxen nach einer Zusammenkunft die Einrichtung zentraler Untersuchungsstellen gefordert, um die Praxen zu entlasten und das Risiko von Ansteckungen zu minimieren. Auch mehrere Kreisgesundheitsämter, darunter Gießen, hatten dies vorgeschlagen.

Witold Rak, Sprecher des GNGH, hatte am Freitag noch keine Rückmeldung, wo die Untersuchungsstelle in Gießen eingerichtet wird. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Gießen hat seinen Sitz in der Klinikstraße, einen weiteren im Kreisgebiet gibt es an der Asklepios-Klinik in Lich. Rak zufolge sollen die Untersuchungen vormittags durchgeführt werden.

In Gießen ist am Freitag der dritte Coronavirus-Fall bestätigt worden. Außerdem wurden einige Schülergruppen nach ihrer Rückkehr aus Südtirol isoliert. Im Vogelsbergkreis gibt es seit Donnerstag den ersten bestätigten Coronavirus-Fall.

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