Eine Studie aus Gießen macht weniger mobile Spermien bei Covid-Patienten aus. (Symbolbild)
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Eine Studie aus Gießen macht weniger mobile Spermien bei Covid-Patienten aus. (Symbolbild)

Covid-19 und Fruchtbarkeit

Neue Corona-Studie: Infektion wirkt sich offenbar auf Sperma-Qualität aus

  • Florian Dörr
    VonFlorian Dörr
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Welche längerfristigen Folgen können aus einer Covid-19-Infektion resultieren? Forscher der Uni Gießen haben nun Sperma von Corona-Infizierten untersucht. Sie fanden Anzeichen für ein „reduziertes Fruchtbarkeitspotenzial“.

Gießen - Einige mittel- bis längerfristigen Folgen einer Corona-Infektion sind bereits bekannt: Von Lungen-, Herz- und Darmbeschwerden berichten Betroffene genauso wie von Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen oder Vergesslichkeit. Forscher der Uni Gießen haben sich nun zwei Monate lang die Spermien von 84 Männern unter 40 Jahren untersucht. Eine entsprechende Studie ist nun im Fachmagazin „Reproduction“ erschienen.

Das Ergebnis von Behzad Hajizadeh Maleki und Bakhtyar Tartibian, der beiden Wissenschaftler aus Gießen: Sie haben Anzeichen für ein „reduziertes Fruchtbarkeitspotenzial“ gefunden. Unter anderem waren bei den Probanden Spermien in einer „deutlich niedrigeren“ Konzentration vorhanden, zudem waren sie weniger mobil und häufiger in veränderter Form vorhanden.

Corona und Unfruchtbarkeit: Studie aus Gießen sieht „reduziertes Fruchtbarkeitspotenzial“

Wie groß die Veränderungen der Spermien der Probanden waren, die zuvor eine Covid-Erkrankung durchgestanden hatten, hing dabei von der Schwere der Erkrankung ab: Je schwerer die Patienten erkrankt waren, desto größer waren auch die Veränderungen. Untersucht hatten die beiden Forscher der Uni Gießen Betroffene, die an einer schweren Form von Covid-19 gelitten hatten. Für die Studie, die nun in „Reproduction“ erschienen ist, wurden die Daten mit jenen von 105 gesunden Männern verglichen.

Inwiefern eine Covid-Erkrankung nun tatsächlich die Fruchtbarkeit von Männern dauerhaft schädigt, das ist laut Experten, die an der Studie aus Gießen nicht beteiligt waren, jedoch nicht abschließend geklärt. So verweist etwa Alison Campbell von den CARE-Fruchtbarkeitskliniken in Großbritannien darauf, dass die untersuchten Corona-Infizierten Behandlungen erfahren haben, die die Ergebnisse verzerren könnten.

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