Polizeieinsatz vorm Stadttheater am Samstag. FOTO: MÖ
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Polizeieinsatz vorm Stadttheater am Samstag. FOTO: MÖ

Corona-Proteste

Corona-Rebellion in Gießen bröckelt

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Teilnehmer-Schwund bei den Hygienedemos in Gießen. Ein Grund könnte die konsequente Durchsetzung von Auflagen durch die Polizei sein.

Gießen(mö). Vor zwei Wochen waren es noch über 100, vergangenen Samstag weniger als 50 und am Pfingstsamstag nur etwa 15 sogenannte Corona-Rebellen, die sich am Stadttheater zur wöchentlichen Hygienedemo versammelt hatten. Wie bereits in der Vorwoche setzte die Polizei die in der Corona-Pandemie geltenden Regeln für Versammlungen konsequent durch. Mit Handzetteln und per Lautsprecher wurden die Auflagen für das erneut bei der städtischen Versammlungsbehörde nicht angemeldete Treffen bekanntgegeben. Mehrere Demonstranten, die trotzdem keinen Mundschutz anlegten, wurden kontrolliert, konnten aber offenbar ein Attest vorlegen und ohne Mundschutz weiterdemonstrieren. Der Aufforderung des Ordnungsamts, einen Versammlungsleiter zu benennen, folgte niemand.

Nicht anwesend war der Administrator der Chatgruppe "CR Region Gießen", die seit Wochen über den Kurznachrichtendienst Telegram kommuniziert. Möglicherweise eine Reaktion auf die Ankündigung von Stadt und Polizei, strafrechtliche Konsequenzen wegen der wiederholten Verstöße gegen das Versammlungsgesetz zu prüfen.

Am Rande des Geschehens führten Bereitschaftspolizisten - wie bereits vor zwei Wochen - einen rechten Reichsbürger-Aktivisten ab. Nach Angaben der Polizei hatte er sich einer Personalienfeststellung verweigert. An der Versammlung vor dem Stadttheater hatte der Mann, der sich im Internet T.E.R. Sven nennt, nicht teilgenommen.

Aktuell kursiert von ihm ein Video, das ihn dabei zeigt, wie er vor mehreren islamischen Gemeindehäusern in Haiger im Lahn-Dill-Kreis von einem mobilen Lautsprecher die deutsche Nationalhymne inklusive der ersten Strophe ("Deutschland, Deutschland über alles...") abspielt.

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